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Der deutschlandweit erste Zertifikatskurs „Künstlerische Interventionen in der Kulturellen Bildung“ des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim erfährt mit 456 Bewerbungen für 30 Plätze sehr hohe Nachfrage. Die Bewerber:innen werden zeitnah über die Auswahl informiert.

Kriterien für die Auswahl sind dabei u. a. Erfahrungen in der Kulturvermittlung und Kulturellen Bildung und eine enge Verzahnung des eigenen künstlerischen Ansatzes mit der Entwicklung von Projekten Kultureller Bildung. Zudem sollen sich die Teilnehmenden des Pilotkurses möglichst vielfältig ergänzen in Bezug auf die vertretenen Kunstsparten, Alter, Geschlecht, Bildungs- und Arbeitsbiografien, Herkunftsregionen, Migrationserfahrung, Arbeitsweisen und Zielgruppen.

Wir bedanken uns bei allen Bewerber:innen und laden Sie herzlich ein, sich für Informationen zu Folgekursen bei unserem Newsletter mit einer formlosen E-Mail an zertifikatskurs [at] uni-hildesheim [dot] de anzumelden.

Wir bedanken uns bei allen Bewerber:innen für das Interesse!

Am 31.01.2021 war der letzte Tag der Bewerbungsphase. Von nun an beginnt die Auswahl der Teilnehmer:innen für den Pilotkurs „Künstlerische Interventionen in der Kulturellen Bildung“.

Wir wünschen allen Bewerber:innen viel Erfolg und bemühen uns, Sie bis Mitte März 2021 über die Auswahl zu informieren!

Wenn Sie noch Fragen zum Kurs haben oder sich einfach noch weiter informieren möchten, besuchen Sie gern unsere FAQs oder die Aufzeichnung des WebTalks mit Prof. Dr. Birgit Mandel und Prof. Mona Jas. Auf Instagram (@kuenstlerische_interventionen) und Facebook (@Künstlerische Interventionen) halten wir Sie über Neuigkeiten auf dem Laufenden.

In Kooperation mit der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel werden von September 2021 bis August 2022 acht Weiterbildungsmodule in folgenden Bereichen angeboten: Kunstvermittlungskonzepte im Kontext der eigenen künstlerischen Arbeit; Konzepte und Diskurse der Vermittlung und der Kulturellen Bildung; transdisziplinäre methodische und didaktische Grundlagen einschließlich digitaler Strategien; Praxisformate der Kunst- und Kulturvermittlung; Kooperationen in der Kulturellen Bildung; Kulturmanagement-Praktiken (Finanzierung, Marketing, PR und Audience Development) und Kulturpolitik; ein eigenes Praxisprojekt mit Mentorenschaft sowie ein integriertes „Train the Trainer“-Modul, das den Teilnehmenden ermöglicht, selbst im Bereich der Weiterbildung für Künstler:innen tätig zu werden.

Gleichzeitig wird dieser Pilotkurs im Rahmen einer prozessbegleitenden Evaluation in enger Kooperation mit den teilnehmenden Künstler:innen dafür genutzt, spezifische Qualitätskriterien zur Projektentwicklung und zur Weiterbildung von Kunstschaffenden im Bereich Kulturelle Bildung zu etablieren. Der Zertifikatskurs soll ab 2022 bundesweit implementiert werden.

Der Zertifikatskurs „Künstlerische Interventionen in der Kulturellen Bildung“ zeichnet sich besonders durch die Expertise von unterschiedlichen Partner:innen aus dem internationalen künstlerischen Feld aus. Die Module werden von vertiefenden Kurseinheiten aus den Bereichen Bildende Kunst, Literatur, Medien, Musik, Performance, Theater und zeitgenössischer Tanz ergänzt, die Expert:innen der Kunstlabore der Stiftung Mercator speziell für diesen Zertifikatskurs entwickeln. Durch ihre langjährige Erfahrung in der Kulturellen Bildung gewährleisten sie eine professionelle Unterstützung der Stipendiat:innen in Form von Mentorenschaften und Beratungstätigkeit.

Erfahren Sie hier mehr.

Projektträger ist die Stiftung Universität Hildesheim, an der ein Expert:innen-Team mit langjähriger Erfahrung im Bereich der Qualifizierung von Kunstschaffenden unter Leitung von Prof. Mona Jas und Prof. Dr. Birgit Mandel das Curriculum entwickelt.

Stiftung Universität Hildesheim
Bildung, Kultur, Diversität und Digitalisierung – das sind die Leitthemen der Stiftung Universität Hildesheim, an der rund 8.700 Studierende, 90 Professor:innen und mehr als 700 wissenschaftliche sowie nichtwissenschaftliche Mitarbeiter:innen tätig sind. Das Fächerspektrum umfasst die Fachbereiche „Erziehungs- und Sozialwissenschaften“, „Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation“, „Sprach- und Informationswissenschaften“ sowie „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“. Die Universität Hildesheim bildet den akademischen Nachwuchs in 19 Bachelor- und 25 Masterstudiengängen aus.

Institut für Kulturpolitik
Das Institut für Kulturpolitik ist Teil der künstlerisch-ästhetisch ausgerichteten kulturwissenschaftlichen Studiengänge. Es befasst sich in Lehre und Forschung mit einem weiten Spektrum kulturpolitischer Ansätze, auch im internationalen Vergleich, mit Fokus auf dem Thema kulturelle Teilhabe und deren Umsetzung in Konzepten und Strategien der Kulturvermittlung und kultureller Bildung sowie des Kulturmanagements. Das Institut ist verantwortlich für den Masterstudiengang Kulturvermittlung.

Mehr Informationen unter: https://www.uni-hildesheim.de/fb2/institute/kulturpolitik/

Foto: Karl Philipp Engelland

Der Bundesverband Kulturagent*innen für kreative Schulen e.V. (BVKA) schließt arbeitsmäßig an das langjährige gemeinsame Engagement der Kulturstiftung des Bundes und der Stiftung Mercator an. Der regelmäßige interdisziplinäre Austausch hat sich dabei als wichtiger Bestandteil der Qualität des lokalen Engagements aller Kulturagent:innen erwiesen. Diesen führt der BVKA fort und entwickelt ihn durch eigene Projekte zur Förderung Kultureller Bildung weiter, um das noch junge Berufsbild langfristig zu etablieren.

Unser Anliegen
Mit dem Zertifikatskurs unterstützt der BVKA die Entwicklung neuer Formate der Aus- und Weiterbildung von Akteur:innen im Feld der Kulturellen Bildung. Ziel ist es, die Qualität der künstlerischen Arbeit mit Schulen zu sichern und weiterzuentwickeln. Hierfür werden Vermittler:innen zwischen Systemen gebraucht, die vor Ort agieren. Der BVKA nutzt die langjährige Expertise der Kulturagent:innen und entwickelt länderübergreifende Strukturen für Austausch und Wissenssicherung.

Mehr Informationen unter: https://www.bvka.org/

 

Foto: Gerd Günter

Die Bundesakademie Wolfenbüttel ist einer der bedeutendsten Anbieter für praxisnahe berufliche Fort-und Weiterbildung im Bereich Kulturelle Bildung. Sie führt jährlich rund 180 Veranstaltungen durch, darunter Seminare, Qualifizierungsreihen und Tagungen in sechs Programmsparten: Bildende Kunst, Darstellende Künste, Musik, Literatur, Museum sowie Kulturmanagement, -politik und -wissenschaft. Das Angebot richtet sich an Kulturvermittelnde und -schaffende aus dem gesamten Bundesgebiet sowie dem angrenzenden Ausland.

Prof. Dr. Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss studierte Pädagogik, Theater- und Medienwissenschaften, Romanistik und Philosophie in Erlangen und Bologna und promovierte 2007 an der Universität Erlangen-Nürnberg. Sie leitete ein Projekt zur frühkindlichen Bildung an der Universität Fribourg, lehrt und forscht am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim und ist seit 2012 Direktorin der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel. Sie gehört zahlreichen Gremien und Jurys Kultureller Bildung an.

Mehr Informationen unter: https://www.bundesakademie.de/

 

Foto: Caspar Sessler

Im Zukunftslabor – einer Initiative der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen – teilen Schüler:innen der Gesamtschule Bremen-Ost im sozial benachteiligten Stadtteil Osterholz-Tenever ihr Gebäude und ihren Alltag mit Weltklasse-Musiker:innen. Die Begegnung der unterschiedlich geprägten Menschen auf Augenhöhe führt in eigens konzipierten Projekten über soziokulturelle Grenzen hinweg ins musikbasierte Interagieren. Dass hier in 13 Jahren gemeinsamer Arbeit individuelle Potentiale zur Entfaltung gebracht und bis in den Stadtteil hinein Entwicklungen angestoßen wurden, ist auch wissenschaftlich belegt.

Das Kunstlabor Musik
Das Kunstlabor Musik fördert langfristige Kooperationen zwischen Schulen und Musiker:innen. Es zeigt die Chancen durch derartige Partnerschaften auf und erforscht vielfältige Möglichkeiten für Begegnungen und gemeinsame Aktivitäten und deren Gelingensbedingungen. Die Ausgangssituation einer „Wohngemeinschaft“ von Schule und Orchester kann dabei als Lernort und Experimentierfeld dienen, insbesondere auch bei übergreifenden Fragen der Haltung, Rollenverteilung, Kommunikation und Methodenanwendung in soziokulturell komplexen Kooperationskontexten.

Unser Anliegen
Die Wirkungen der kulturellen Bildungsarbeit im einzigartigen Kooperationskontext von Schule und Orchester nicht auf Bremen zu beschränken, gehört zum Selbstverständnis des Zukunftslabors. Bereits mehrere Transferprojekte wurden der Weitergabe von Erfahrungen und Erkenntnissen über Erfolgsfaktoren von Musik als Medium individueller und sozialer Entwicklung gewidmet, darunter auch die intensive Reflexions- und Vermittlungsarbeit im Kunstlabore-Programm. Die hier begonnene Arbeit wird im Rahmen des Zertifikatskurses zielgenau für Kunstschaffende fortentwickelt und so nachhaltig nutzbar gemacht.

Mona Heiler, Projektmanagerin im Zukunftslabor, studierte Kulturwissenschaften u. ästhetische Praxis mit Schwerpunkt Musik (B.A.) in Hildesheim und Bursa (Türkei) und Kulturvermittlung/ Médiation Culturelle de l‘Art in Hildesheim und Marseille. Schwerpunkte ihres Studiums und ihrer beruflichen Tätigkeiten liegen in Formaten der Musikvermittlung im öffentlichen Raum, Angeboten von Kultureinrichtungen für Schulen und breite Bevölkerungsgruppen sowie partizipativen Projekten und Kooperationskontexten.

Mehr Informationen unter: https://www.zukunftslabor.com/

Foto: Fabian Thüroff

Seit 20 Jahren ermöglicht TUSCH theaterinteressierten Schulen und Hamburger Bühnen einen gemeinsamen Raum zur Konzeption und Realisierung spannender, innovativer und qualitativ hochwertiger Theater- oder Tanzprojekte. Das TUSCH-Team begleitet diesen Dialog zwischen Schüler:innen, Künstler:innen und Lehrer:innen und fördert daneben ein großes Netzwerk von Akteur:innen. Aktuell arbeiten 14 Theater-Schul-Partnerschaften an der Verankerung von Theater in der Schule und kultureller Schulentwicklung.

Das Kunstlabor Theater
Im Rahmen des Kunstlabors Theater hat TUSCH vier ausgewählte Partnerschaften intensiv begleitet, das Wissen über Kooperationen gebündelt, erweitert und digital aufbereitet. Anhand von vier digitalen Projektbeispielen, einem crossmedialen Lehrbuch und der Einführung in den Themenschwerpunkt „Kooperationen aufbauen und gestalten“ erhalten Sie einen tiefen Einblick in theaterbezogene Prozesse und Arbeitsweisen sowie viele praktische Tipps und Hilfestellungen für die Umsetzung eigener Theaterprojekte.

Unser Anliegen
Auf Basis der digitalen Materialien aus den Kunstlaboren möchten wir uns als Team nochmals vertiefend der Schnittstelle zwischen realen und digitalen Räumen widmen. Ziel ist dabei stets, Theater für Schüler:innen erlebbar und erfahrbar zu machen, sowohl im Theater als auch in der Schule. Wir wollen die Kooperation zwischen Künstler:innen, Schüler:innen und Lehrer:innen stärken und einen gemeinsamen künstlerischen Erfahrungsraum schaffen, in dem sich alle Teilnehmer:innen gegenseitig inspirieren.

Julia Eplinius ist als Kulturwissenschaftlerin und zertifizierter Coach auf die Prozessbegleitung in Schul-Kultur-Kooperationen spezialisiert. Aus ihrer Arbeit als Leiterin des Hamburger Landesbüros des Kulturagent*innenprogramms und des Kunstlabors Theater besitzt sie eine Expertise in kultureller Schulentwicklung. Seit 2019 ist sie in der BürgerStiftung Hamburg für Bedarfsanalyse und Evaluation zuständig.

Michael Müller, Kompetenzreferat Theater, studierte Kunst- und Theaterpädagogik und Politik. Seit 1991 ist er am Deutschen Schauspielhaus Hamburg in verschiedenen Funktionen tätig, u. a. als Referent für PR und Bildung, Künstlerischer Koordinator Junges Haus, leitender Theaterpädagoge und Autor. Er gehört zum TUSCH-Gründungsteam, gestaltet seit 2002 TUSCH mit und ist beständiger Vermittler zwischen Theater und Schule.

Celina Rahman, Programmleitung TUSCH Hamburg, studierte Anglistik und Germanistik in Freiburg i. Br. und unterrichtet nach einer Weiterbildung das Fach Theater. Mit theaterpädagogischen Formaten, Fortbildungsangeboten und künstlerischen Projekten begann sie 2012 in Hamburg das Fach Theater an Schulen zu etablieren, weiter auszubauen und insbesondere für junge Menschen aus sozial schwierigen Räumen erlebbar zu machen.

Mehr Informationen unter: https://www.buergerstiftung-hamburg.de/ und https://tusch-hamburg.de/

 

Foto: Ralf Hiemisch

TanzZeit e.V. vereint Projekte aus den Bereichen Vermittlung, Produktion und Forschung. Der Verein macht „Tanz in Schulen“ im Klassenverband unmittelbar erfahrbar und bietet Schüler:innen eine Bühne für ihren großen Auftritt. Zudem zeigt TanzZeit auf der Bühne von „Tanzkomplizen“ eigene Tanzproduktionen für junges Publikum, bietet Jugendlichen in der „Jugendcompany“ Raum für Proben und Aufführungen und richtet die Crossover Dance Battles des „Club Oval“ aus.

Das Kunstlabor Tanz
2015 wurde TanzZeit im Rahmen des Programms Kunstlabore als Kunstlabor Tanz beauftragt, die eigenen Erfahrungen aus dem Bereich Tanz in Schulen digital verfügbar und deutschlandweit transferfähig zu machen. Ein Team aus erfahrenen Tanzvermittler:innen hat aus der langen Praxiserfahrung von TanzZeit die Webtoolbox „Calypso“ entwickelt. Hier werden Praxismaterialien für die Vermittlung von Tanz in Schulen frei zur Verfügung gestellt.

Unser Anliegen
Qualitätsvolle kulturelle Bildung entsteht nur in enger Kooperation von Kultur- und Bildungssektor. Mit unserer Arbeitsexpertise an der Schnittstelle von Tanzkunst und Schule tragen wir hier zu hohen Standards bei. Der Zertifikatskurs ermöglicht den spartenübergreifenden Austausch mit Partner:innen und gemeinsame Arbeit an innovativen Vermittlungsformen. Gerade interdisziplinäre Ansätze in Vernetzung mit der Stiftung Mercator und der Universität Hildesheim haben das Potential, eine breite Aufmerksamkeit für die kulturelle Bildung zu schaffen.

Livia Patrizi, geb. in Neapel, ist Gründerin und künstlerische Leiterin von TanzZeit e.V. Nach tänzerischer Ausbildung an der Folkwang Universität Essen folgten u. a. Engagements bei Mats Ek, Pina Bausch und Maguy Marin. Seit 1994 arbeitet sie als freie Choreografin. Von 2015–2019 leitete sie das Forschungs- und Materialentwicklungsprojekt „Kunstlabor Tanz“ der MUTIK gGmbH, gefördert durch die Stiftung Mercator, aus dem das digitale Praxistool „Calypso“ für die Tanzvermittlung an Schulen hervorging.

Ann-Kathrin Reimers hat Literatur-, Kultur- und Medienwissenschaften (B.A.) an der Universität Siegen und Theaterwissenschaft (M.A.) an der Freien Universität Berlin studiert. Sie arbeitet als Projektleiterin im Bereich Zeitgenössischer Tanz und Kulturelle Bildung und ist seit 2020 bei TanzZeit e.V. für die Ressorts Weiterbildung, Jugendcompany und Sonderprojekte Tanz in Schulen verantwortlich.

Mehr Informationen unter: https://tanzzeit-berlin.de/

 

Foto: Leona Goldstein

LesArt ist ein europaweit einzigartiges Literaturhaus für junge Menschen in Berlin und entwickelt inklusive Vermittlungsformate für literarische Veranstaltungen, um die Neugierde an Literatur und Sprache zu wecken. Dabei werden künstlerische Ansätze und Methoden genutzt, um Bilder und Sprache vielfältig sinnlich erfahrbar zu machen. So entstehen unter Einbeziehung anderer Kunstsparten und Medien kreative Modelle zur literarisch-ästhetischen Bildung.

Das Kunstlabor Literatur
Im Kunstlabor Literatur entwickelte und erweiterte LesArt mit Schulen aus Berlin, Bremen und Dresden Veranstaltungskonzepte für den Einsatz im Unterricht. Wie entwickeln Schüler:innen Vergnügen an Literatur, Sprache und am Denken? LesArt zeigt, wie Kindern und Jugendlichen unter Einbeziehung verschiedener Medien und mit Hilfe künstlerischer Ansätze Freude am Lesen vermittelt und ihre Diskussions- und Gesprächskultur gefördert werden kann.

Unser Anliegen
Der Zertifikatskurs lädt dazu ein, Kunstschaffende verschiedener Sparten weiter zu qualifizieren. Dabei entstehen Synergien, welche die Entwicklung künstlerischer Vermittlungsformate nachhaltig positiv beeinflussen. Diese könnten innerhalb des Netzwerkes von LesArt diskutiert, umgesetzt und erfolgreich multipliziert werden.
Die Zielsetzungen des Kurses und von LesArt sind dabei identisch: Kinder und Jugendliche darin zu begleiten und zu unterstützen, weltoffen zu leben und sich eigener Stärken bewusst zu werden.

Kathrin Buchmann ist Diplomsprechwissenschaftlerin und Programmleiterin bei LesArt, dem Berliner Zentrum für Kinder- und Jugendliteratur. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Literatur-, Lese- und Sprachförderung, Entwicklung vielfältiger Programme zur literarisch-ästhetischen Bildung, Vermittlung von Kinder- und Jugendliteratur für Kinder, Jugendliche und Erwachsene – analog und digital –, Zusammenarbeit mit Institutionen im Bereich der literarischen und kulturellen Bildung sowie Planung und Mitarbeit beim Projekt Kunstlabor Literatur.

Sabine Mähne ist Diplomjournalistin und war 25 Jahre lang Leiterin von LesArt. Aktuell arbeitet sie als Vorstandsmitglied im Trägerverein. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind internationale und nationale Zusammenarbeit im Bereich Literatur- und Leseförderung, Entwicklung von Konzeptionen für eine zuverlässige und wirksame ästhetisch-literarische Bildung sowie Planung und Mitarbeit bei der Realisierung des Projektes Kunstlabor Literatur.

Mehr Informationen unter: https://www.lesart.org

Foto: Magdalena von Rudy

Die Professur Didaktik in Kunst und Design an der PH FHNW bietet eine praxisnahe, wissenschaftlich fundierte Lehrer:innenausbildung und kunstpädagogische Weiterbildung. Das „Kunstlabor an und mit Schulen“ (KLAUS) fokussiert in Zusammenarbeit mit der Künstlerin Magdalena von Rudy auf die Verbindung von Kunst und Pädagogik, um die Qualität künstlerischer Bildung an Schulen zu fördern. Besondere Bedeutung kommt den Fachunterricht ergänzenden Kooperationen mit Kunstschaffenden zu.

Das Kunstlabor Bildende Kunst
Das „Kunstlabor an und mit Schulen“ (KLAUS) fokussiert die Verbindung von Kunst und Pädagogik, um die Qualität künstlerischer Bildung an Schulen zu fördern. Besondere Bedeutung kommen den Fachunterricht ergänzende Kooperationen mit Kunstschaffenden zu. Das KLAUS entstand im Rahmen der Kunstlabore der MUTIK gGmbH und entwickelte 2015–2018 didaktische Materialien für künstlerische Bildung an Schulen. In drei Ateliers arbeiteten Künstler:innen an einer Gesamtschulen und einem Gymnasium, sowie an einer Sekundarschule ohne Atelierbezug. Freie Atelierarbeit und offene Kunstprojekte umrahmten unterrichtsbezogene künstlerische Angebote in fächerübergreifender Kooperation mit Lehrpersonal. Zur mehrperspektivischen Ausleuchtung wurde das Projekt wissenschaftlich begleitet. Ziel ist die Förderung von Kooperationen von Kunstschaffenden und Lehrpersonen und der Qualität künstlerischer Bildung.

Unser Anliegen
Künstlerische Bildung muss bei den Lehrenden und Kunstschaffenden an den Schulen sowie deren Kooperation ansetzen. Teilhabe an Kunst und Kultur kann nicht im Fachunterricht aufhören, sondern bedarf zudem extracurricularer Projekte, Erlebnisse und interdisziplinärer Arbeit. Künstlerische und ästhetische Erfahrungen müssen sich am Leben der Kinder und Jugendlichen orientieren und didaktisch-methodisch initiiert werden. Wie das gelingen kann, möchten wir mit den Kunstschaffenden erarbeiten und praxisnah an individuellen Projekten entwickeln.

Magdalena von Rudy ist freie Künstlerin und arbeitet seit Jahren in der künstlerischen Bildung an Schulen. Ihre Arbeiten werden regelmäßig im In- und Ausland ausgestellt. Prof. Dr. Nicole Berner lehrt und forscht in den Bereichen Kreativität und Unterrichtsqualität und ist Leiterin der Professur für Didaktik in Kunst und Design an der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz. Beide arbeiteten von 2015–2018 im KLAUS zusammen und teilten die Ziele der gleichberechtigten Verbindung von Kunst und Pädagogik sowie einer nachhaltigen Weitergabe ihrer Erfahrungen.

Mehr Informationen unter: https://kunstlabore.de/kunst/

Foto: Jessica Schäfer

„Menschen stark machen!“ ist das Leitmotiv der Crespo Foundation. Unser Arbeitsschwerpunkt „Familie“ stärkt junge Familien, damit der Start ins Leben gelingt; der Bereich „Begleitung auf dem Bildungsweg“ unterstützt Menschen auf ihrem schulischen und beruflichen Weg; die„Ästhetische Bildung“ fokussiert auf die Strukturen, in denen Kinder und Jugendliche ihre kreativen Potentiale entdecken und entfalten. Der Schwerpunkt „Kunst“ fördert junge Künstler:innen in ihrer professionellen Entwicklung.

Unser Anliegen
Vor allem mit ihrem Programm „Das fliegende Künstlerzimmer“ möchte die Crespo Foundation Künstler:innen an der Schnittstelle von Kunst und Kultureller Bildung fördern und in ihrer Interprofessionalität stärken. Die damit verbundene Expertise soll dem Zertifikatskurs zugute kommen. Darüber hinaus freuen wir uns auf die Aussicht, mit dem „Fliegenden Künstlerzimmer“ als Weiterbildungsort für den Zertifikatskurs in Hessen zukünftig die Anerkennung und Sichtbarkeit einer qualitätsvollen Arbeit von Künstler:innen in der Kulturellen Bildung zu erhöhen.

Laura Kurtz studierte Kultur-,Theater- und Orchestermanagement in Freiburg, Breda (Niederlande) und Frankfurt am Main. Beruflich war sie u. a. als Leiterin mehrerer Produktionen der Wiesbaden Biennale 2016 am Staatstheater Wiesbaden tätig und leitete als Referentin für Kulturelle Bildung beim Kulturfonds Frankfurt RheinMain vier Jahre das Förderprogramm für Kinder- und Jugendprojekte „Kunstvoll“. Als Projektreferentin bei der Crespo Foundation ist sie für die Projekte im Bereich der Ästhetischen Bildung zuständig.

Friederike Schönhuth studierte Visuelle Kommunikation und Bildhauerei in Offenbach sowie Kunstgeschichte und Soziologie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt/Main. Sie war Referentin für Bildende Kunst und Kuratorin des „arsviva“-Preises beim Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI und leitete die Kulturelle Bildung der Stiftung Nantesbuch. Bei der Crespo Foundation ist sie als Bereichsleitung für strategische Beratung sowie Projekt-Konzeption und -Umsetzung in den Bereichen Ästhetische Bildung und Kunst zuständig.

Mehr Informationen unter: www.crespo-foundation.de und www.fliegendes-kuenstlerzimmer.de

Die Wider Sense GmbH ist ein Beratungsunternehmen, das Unternehmen, Stiftungen und die öffentliche Hand mit maßgeschneiderter Recherche & Analyse, Strategieentwicklung und Implementierung darin unterstützt, sozialen Wandel wirkungsvoll zu gestalten. Seit 2019 hat Wider Sense erfolgreich mehr als 100 Kund:innen beraten, darunter die Stiftung Mercator, die Siemens Stiftung, die Allianz Kulturstiftung, die European Cultural Foundation, das DIPF I Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation sowie die Kulturstiftung der Länder.

Unser Anliegen
Im Rahmen des Projekts „Künstlerische Interventionen in der Kulturellen Bildung“ wird die Wider Sense GmbH Strategien und Formate entwickeln und umsetzen, die einen Transfer des Qualifizierungs- und Zertifizierungsangebots an weitere Standorte ermöglichen. Dabei ist insbesondere an Standorte in den Ländern gedacht, die sich am Rahmenprogramm „Kreativpotentiale“ der Stiftung Mercator beteiligen. Angesprochen werden sollen vor allem Hochschulen und Landesakademien, an denen Künstler:innen und Kulturschaffende ausgebildet werden. Darüber hinaus sollen weitere Träger identifiziert werden, die das an der Universität Hildesheim entwickelte Qualifizierungsprogramm im Kern übernehmen und ein vergleichbares zertifiziertes Angebot etablieren wollen.

Die Historikerin und Bildungswissenschaftlerin Ulrike Sommer ist seit 2020 Geschäftsführerin der Wider Sense TraFo gGmbH. Wider Sense TraFo begleitet u. a. das Stiftung Mercator-Projekt „Kreativpotentiale im Dialog“, unterstützt und berät die beteiligten Länder bei der Verankerung von kultureller Bildung im Schulsystem. Zuvor war sie Geschäftsführerin von RuhrFutur, einer Kooperation hochkarätiger Träger:innen zur Verbesserung der Bildungsqualität im Ruhrgebiet, und jahrelang leitend in diversen Ressorts der Landesregierung NRW tätig.

Thanassis Kalaitzis ist zertifizierter Systemischer Coach (DGSF) und als Projektmanager vornehmlich zuständig für das Projekt “Kreativpotentiale im Dialog” der Wider Sense TraFo gGmbH. Er ist seit über zehn Jahren in der Projektentwicklung und Durchführung kultureller Bildungsprojekte tätig, unter anderem bei den “Kulturagenten für kreative Schulen” und in der Literaturwerkstatt Berlin.

 

QUALIFIZIERUNG UND ZERTIFIKAT FÜR KÜNSTLER:INNEN IN DER KULTURELLEN BILDUNG

Künstlerische Interventionen in der Kulturellen Bildung ist ein bundesweiter Zertifikatskurs für Kunstschaffende. Insgesamt erhalten 33 Akteur:innen verschiedener künstlerischer Bereiche die Möglichkeit zur Teilnahme an dem Pilotkurs. Dabei zielt die Qualifizierung darauf ab, Kunstschaffende in ihrer eigenen künstlerischen und kulturellen Erfahrung und Professionalität anzusprechen und diese für die Entwicklung und Umsetzung kultureller Bildungsprojekte in ihrer Wirksamkeit zu öffnen: Wie kann sich künstlerische Expertise wirkungsvoll mit Projekten kultureller Bildung und ihren vorhandenen pädagogischen und systemischen Dimensionen verbinden? Ein vertiefendes „Train-the-Trainer“-Modul bietet Teilnehmer:innen dabei die Möglichkeit, die Inhalte des Kurses im Anschluss selbst als Dozent:innen zu lehren.

ZERTIFIKAT
Die erfolgreiche Teilnahme an dem Kurs wird durch ein Zertifikat bescheinigt. Mit dem Zertifikat wird der Nachweis der Qualifikation zur Durchführung von künstlerisch hochwertigen Arbeitsprojekten in der Kulturellen Bildung, beispielsweise an Schulen, Museen, Theater-, Tanz- und Opernbühnen, Orchestern, Jugendzentren oder bei Festivals, erworben. Zusätzlich weist das Zertifikat aus, dass die geprüfte Befähigung zur eigenen Lehrtätigkeit vorliegt.

ANLIEGEN DES KURSES
Die Künste haben für die Prozesse Kultureller Bildung besonderes Potential, weil sie „ästhetische Differenzerfahrungen“ jenseits der Alltagswahrnehmung ermöglichen können. Die Erfahrungen von künstlerischen Prinzipien im Sinne eines entdeckungsgeleiteten Lernens können bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Neugierde, eigenständiges und unkonventionelles Denken und Handeln anregen, Erfahrungen von Selbstwirksamkeit verstärken sowie für komplexe gesellschaftliche Zusammenhänge sensibilisieren.

Obwohl Kunstschaffende sehr wertvolle Arbeit im Bereich der Kulturellen Bildung leisten, fehlt es häufig an der Wertschätzung als Gegenüber in Schulen und anderen Einrichtungen. Ein renommiertes Zertifikat kann zur Anerkennung und zu zukünftigen gleichberechtigen Kooperationen zwischen Kunstschaffenden und Akteur:innen im Bildungsbereich beitragen.

TERMINE UND ORTE
Der Pilotkurs mit bundesweit ausgewählten Stipendiat:innen findet im Zeitraum September 2021 bis August 2022 in Präsenzphasen von acht Modulen (jeweils zwei Tage) in der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel zuzüglich Vertiefungseinheiten statt. Ergänzende Selbststudien- und Praxisphasen werden individuell von den Teilnehmer:innen gestaltet. Weitere Informationen und Termine hierzu folgen in Kürze.

FINANZIERUNG
Der Pilotkurs wird von der Stiftung Mercator gefördert. Die Kosten für die Weiterbildung werden bis auf die Reisekosten übernommen, d.h. die Förderung beinhaltet die Kursgebühren sowie Übernachtungen und Verpflegung für die Teilnahme an den Modulen in der Bundesakademie für Kulturelle Bildung in Wolfenbüttel.

Informieren Sie sich hier zu den Projektpartner:innen.

Potentiale der Künste für die Bildung
Den Künsten wird für Lernerfahrungen und Bildung eine entscheidende Bedeutung zugewiesen. Worin diese liegen und inwiefern künstlerische Prozesse Selbstbildungsprozesse bewirken, ist Thema des ersten Moduls. Dabei werden Kunst- und Kulturvermittlung im Kontext des jeweils eigenen künstlerischen Ansatzes reflektiert. Die künstlerische Position und die eigenen künstlerischen Interessen sollen hier den Ausgangspunkt für Prozesse der Kulturvermittlung und Kulturellen Bildung bieten. Dabei werden auch Potenziale der künstlerischen Forschung diskutiert. Es werden Grundlagen für die Konzeption eines eigenen kursbegleitenden Praxisprojektes vermittelt.

Leitfragen
Welche Vorteile hat es für meine eigene künstlerische Arbeit, wenn ich sie in die Kulturelle Bildung erweitere?
In welchem Verhältnis stehen künstlerische Arbeit und Zusammenarbeit mit Teilnehmenden aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen?
Ist Qualität eine Frage der Didaktik, des eigenen Ausbildungshintergrunds oder der eigenen Haltung, und inwiefern lassen sich Qualitätskriterien für künstlerische Arbeit mit gesellschaftlichen Gruppen entwickeln?
Was sind ästhetische Verfahren der Vermittlung? Was ist der Unterschied zu Kreativ- Methoden wie Design Thinking?
Welche Begriffe aus dem breiten Wissenschaftsspektrum von Kulturvermittlung und Kultureller Bildung sind relevant für die Kontextualisierung der eigenen Arbeit?
Was kann nur Kunst?
Was bedeutete der Begriff der künstlerischen Intervention für das Verständnis von Vermittlung?
Welche internationalen Perspektiven auf künstlerisches Arbeiten in der kulturellen Bildung bieten Anregungen für die eigene Praxis?

Theoretische Konzepte und Diskurse
Theoretische Konzepte und Diskurse der Kunst- und Kulturvermittlung und der Kulturellen Bildung unter dem übergreifenden Aspekt von Diversität stehen im Fokus dieses Moduls einschließlich der Reflexion internationaler Diskurse. Begleitend werden maßgebliche Ansätze der Kultur- und Bildungspolitik analysiert. Das Modul vermittelt die relevanten Diskurse des Feldes, zu denen die Kursteilnehmer:innen sich selbst positionieren können. Der Austausch zu maßgeblichen nationalen und internationalen Debatten (Poststrukturalismus, Postkolonialismus, educational turn) soll die professionelle Diskursfähigkeit Kunstschaffender in der Kulturellen Bildung vertiefen.

Leitfragen
Welche theoretischen Ansätze und Diskurse sind prägend und inspirierend für künstlerisches Arbeiten in der Kulturellen Bildung?
Welche Auswirkungen haben kulturpolitische Strukturen und Ziele auf die kulturelle Bildungsarbeit?
Wie viel Partizipation ist möglich in der künstlerischen Arbeit mit gesellschaftlichen Gruppen?
Inwieweit können Diversitätskonzepte in der kulturellen Arbeit im Sinne von Teilhabegerechtigkeit gewinnbringend eingesetzt werden? Gibt es Vermittlungskonzepte, die für alle gesellschaftlichen Gruppen gleichermaßen passen?
Wie verändert Digitalität kulturelle Bildung?
Auf welche Weise können künstlerische Projekte dazu beitragen, für nachhaltiges Handeln zu mobilisieren?

Strategien und Praxisformate der Kunst- und Kulturvermittlung
Praktische Methoden und Formate der Kulturvermittlung aus den verschiedenen Disziplinen der Theaterpädagogik, Tanzpädagogik, Kunstvermittlung und Museumspädagogik, Musikpädagogik und Konzertvermittlung, Filmvermittlung, Literaturvermittlung und Medienpädagogik werden präsentiert und zusammenfassend analysiert auf ihre Potenziale für die ästhetische Kulturelle Bildung. Es wird danach gefragt, welche Auswirkungen der jeweilige Kontext und die jeweiligen Teilnehmenden auf die Vermittlung haben und wie diese berücksichtigt werden können.

Leitfragen
Welche Methoden gibt es in der Kulturvermittlung in den verschiedenen Disziplinen? Welche Unterschiede gibt es zwischen den Disziplinen? Welche Unterschiede gibt es in der Arbeit mit verschiedenen Altersgruppen? Welche Unterschiede gibt es zwischen städtischen und ländlichen Räumen? Auf welche Weise können digitale Verfahren Arbeitsformen der Kulturellen Bildung bereichern? Wie können eigene künstlerische Arbeitsprinzipien in Formate für die Arbeit mit Gruppen umgesetzt werden? Wie können übergreifende künstlerische Verfahren und Erkenntnisse aus der Kunst- und Wissensgeschichte neue Formate in der Kulturellen Bildung inspirieren?

Kulturelle Bildung in schulischen Kontexten
Was macht Schule zu einem Ort der Kultur? In diesem Modul werden Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen und die Rahmenbedingungen von Schule analysiert. Ausgehend von der Reflexion eigener Erfahrung als Künstler:in in Schule sowie biografischer Schulerfahrung geht es auch um die Rolle der Kunstschaffenden als externe Projektmitarbeiter:in und die Frage, inwieweit die besondere Praxis innerhalb von Kunstprojekten Schule in ihren Veränderungsprozessen unterstützen können. Antworten auf die Frage, auf welche Weise Kooperationen unter den systemischen Bedingungen von Schule gelingen können, stehen im Fokus dieses Moduls.

Leitfragen
Wie beeinflussen eigene schulische Erfahrungen die Sicht auf Potenziale Kultureller Bildung in der Schule? Welche Möglichkeiten für die eigene künstlerische Forschung stellt der schulische Kontext? Welchen Mehrwert hat die künstlerische Arbeit für das System Schule? Welches Wissen zu Rahmenbedingungen von Schule braucht es für das Arbeiten in schulischen Kontexten? Wie können Kunstschaffende die Begegnung der Schüler:innen mit ihnen, untereinander und mit der Kunst gestalten? Wer sind die Ansprechpartner:innen in Schule für Künstler:innen, die Entscheidungen (sowohl in Schule auch in den Kultureinrichtungen) im Rahmen einer Kooperation treffen können? Welche Interessen und Bedarfe haben die einzelnen Akteur:innen?

Kulturmanagement für Kunstschaffende in der Kulturellen Bildung
Wenn Kunstschaffende kooperative Projekte in der kulturellen Bildungs- und Vermittlungsarbeit durchführen, haben sie es immer auch mit der Bearbeitung von Rahmenbedingungen in oftmals unbekannten Systemen zu tun. Der Bereich des Kulturmanagements vermittelt Strategien und Methoden des Projektmanagements, der Finanzierung, des Marketings, der PR und des Audience Developments für kulturelle Projektarbeit.

Leitfragen
Wie positioniere ich meine künstlerische und Kulturelle Bildungs-Arbeit erfolgreich bei den relevanten Stakeholdern? Welche Management- Instrumente und welches Wissen um formale Bedingungen sind unabdingbar für den Erfolg eines Projekts und die Arbeit als Künstler:in in der Kulturellen Bildung? Wie lässt sich Management als Gestaltungsaufgabe begreifen? Wie lassen sich Aufgaben wie PR, Antragstellung, Aufstellen von Projektplänen für die eigene künstlerische Arbeit nutzen?

Kulturinstitutionen als Lernorte
Die Bedingungen, Ziele, Konzepte und Formate von Kunstvermittlung und Kultureller Bildung in klassischen Kulturinstitutionen wie Museen, Theater, Konzerthäuser, aber auch in kleineren Einrichtungen wie Kunstvereine, Kindermuseen, soziokulturelle Zentren werden in diesem Modul untersucht. Analysiert wird dabei, inwieweit sich Kunstschaffende in die vielfältige institutionelle Kulturlandschaft wirkungsvoll unter Nutzung der vorhandenen Infrastruktur und Ressourcen einbringen können. Diskutiert wird, in welcher Weise Projekte der künstlerischen Vermittlung und Kulturellen Bildung dazu beitragen können, (klassische) Kulturinstitutionen stärker in die Gesellschaft zu öffnen.

Leitfragen
Was bieten externe freie Künstler:innen den Kulturinstitutionen als Mehrwert und umgekehrt, inwiefern profitieren Künstler:innen von der Zusammenarbeit mit Kulturinstitutionen im Bereich kultureller Bildungsprojekte? Welche Möglichkeiten bieten Kultureinrichtungen als Lernort und Kooperationsraum für Arbeitsprojekte der Kulturellen Bildung? Welche Formen der Zusammenarbeit mit Kulturinstitutionen sind denkbar? Welche neuen künstlerischen Herangehensweisen eröffnen sich und welche  neuen künstlerischen Genres können durch Projekte von Künstler:innen in Kooperation mit Kulturinstitutionen und Communities oder Schulen initiiert werden? Wie kann das Spannungsverhältnis zwischen produktorientiertem Arbeiten in den Künsten und prozessorientiertem Arbeiten in der Kulturellen Bildung als Ressource genutzt werden?

Praxis
Die Stipendiat:innen entwickeln während des gesamtes Kurses ein eigenes Praxisprojekt „Künstlerische Intervention in der Kulturellen Bildung“, das sie hier abschließend präsentieren und mit den anderen Teilnehmenden in Ausschnitten erproben. Individuelle Coachings und Team-Coachings unterstützen die Projektentwicklung.

Leitfragen
Wie lassen sich die im Kurs erarbeiteten Erkenntnisse und neuen ästhetischen Erfahrungen vor dem Hintergrund der eigenen künstlerischen Praxis beispielhaft in einem Projekt Kultureller Bildung umsetzen? Welche Grundlagen braucht es, um ein Kriterien basiertes, qualifizierte Feedback zu Projekten Kultureller Bildung zu geben? Was sind mögliche Qualitätskriterien zur Beurteilung der eigenen Vermittlungs-Formate?

Modell „Train-the-Trainer“
Das Vertiefungsmodul „Train-the-Trainer“ bietet die Grundlagen dazu, dass die Stipendiat:innen, die im Rahmen des Zertifikatskurses erworbenen Kompetenzen selbst als Dozent:innen weitergeben können. Am Beispiel der Konzeption und Durchführung einer Fortbildung für Kunstschaffende können die maßgeblichen Lerninhalte erprobt werden.

Leitfragen
Wie vermittle ich mein erworbenes Wissen und meine Erfahrungen zuverlässig und wirkungsvoll an andere Künstler:innen? Was hat sich verändert in meiner Haltung als Künstler:in und Vermittler:in nach dem Durchlaufen des Kurses? Wie gelingt unabhängig von einer bestimmten Künstlerpersönlichkeit der Transfer?

Vertiefungseinheiten für unterschiedliche künstlerische Disziplinen
Expert:innen der Kunstlabore und des Bundesverbandes Kulturagent*innen für kreative Schulen e. V. (BVKA) entwickeln für den Zertifikatskurs an den künstlerischen Disziplinen orientierte Vertiefungseinheiten. Dabei werden die Modulthemen mit intensivierenden Kurseinheiten aus den Bereichen der Bildenden Kunst, der Literatur, der Musik, des Theaters, des Zeitgenössischen Tanzes und der schulischen Kooperationen ergänzt, sodass die teilnehmenden Kunstschaffenden von ihrer spezifischen künstlerischen Praxis ausgehend bereits hier im direkten Austausch mit langjährigen und bundesweit renommierten Spezialist:innen eigene Strategien für die Kulturelle Bildung entwickeln können.

Im Rahmen der Module 3 (Strategien und Praxisformate der Kunst- und Kulturvermittlung), 4 (Kulturelle Bildung im schulischen Kontext), 6 (Kulturinstitutionen als Lernorte) und 7 (Praxis) werden diese Vertiefungseinheiten in der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel im Umfang von zirka 5 Stunden angeboten. Die Stipendiat:innen können daher nach ihrer Teilnahme an den genannten Modulen mit der gesamten Gruppe anschließend das jeweilige Modulthema in einem Bereich ihrer Wahl (Bildende Kunst, Literatur, Musik, Theater, Zeitgenössischer Tanz und schulische Kooperationen) in einem kleinen Team von maximal sechs Teilnehmer:innen vertiefen.

Für die genannten Bereiche der Bildenden Kunst, der Literatur, der Musik, des Theaters, des Zeitgenössischen Tanzes und der schulischen Kooperationen werden zusätzlich weitere zwei Vertiefungseinheiten vor Ort im lokalen Umfeld der jeweiligen Projektpartner:innen für jeweils maximal 6 Teilnehmende angeboten. Damit wird den Stipendiat:innen ein individueller Austausch in einer kleinen Gruppe in realen Settings der Arbeitsumgebung der Projektpartner:innen ermöglicht. Auf diese Weise wird ein Wissenstransfer gefördert, der sich durch die lokale Situation in Verbindung mit der fachlichen Expertise und Erfahrung der Projektpartner:innen entfalten kann. Gleichzeitig werden neue Kontakte geknüpft und wird der Anschluss an neue Netzwerke ermöglicht.