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Helle Becker

© Simon-Paul Schempershofe

Dr. Helle Becker hat Germanistik, Anglistik, Theaterwissenschaft, Kunstgeschichte, Publizistik und Erziehungswissenschaften studiert und danach in Erziehungswissenschaft (Bildungstheorie) promoviert. Bis 1992 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, ab 1992 Internationale Referentin der Bundesvereinigung Kulturelle Jugendbildung e. V. (BKJ). Seit 1995 ist sie Leiterin von Expertise & Kommunikation für Bildung, seit 2014 außerdem Geschäftsführerin von Transfer für Bildung e. V. Darüber hinaus hat sie Lehraufträge an zahlreichen Hochschulen: Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Universität zu Köln, FernUniversität Hagen, Hochschule Niederrhein/Mönchengladbach, Freie Universität Bozen, Universität Luxemburg, Hochschule Osnabrück, Technische Hochschule Köln, Universität Hildesheim.

 

 

 

 

Was ist Ihr beruflicher Schwerpunkt?

Ich forsche, lehre und vermittle in den Bereichen Kulturelle, politische und internationale Bildung. Meine beiden Organisationen – Expertise & Kommunikation für Bildung sowie Transfer für Bildung e. V. – sind auf angewandte Forschung und deren Nutzbarmachung für die Praxis spezialisiert.

 

Welche Potenziale sehen Sie in dem Zertifikatskurs „Künstlerische Interventionen in der Kulturellen Bildung“ für Ihr Fachgebiet?

Wenn Kooperationen auf individueller und systemischer Ebene als Schlüsselbedingungen für eine bessere Versorgung mit Kultureller Bildung angesehen werden, dann müssen die Akteur:innen dieser Kooperationen dafür qualifiziert werden. Vor allem muss klar werden, dass in Kooperationen ganz unterschiedliche Professionen mit verschiedenen Kompetenzen und Vorstellungen von Kultureller Bildung aufeinandertreffen. Hier sehe ich Potenziale im Zertifikatskurs. Zudem sind Qualifizierungsangebote rar gesät. In meiner Studie „Qualifizierungen zu Kooperativität und Interprofessionalität im Schnittfeld Kultur und Schule. Konzepte, Angebote“ konnte ich feststellen, dass es so gut wie keine Lehrer:innenfortbildung für Kooperationen mit außerschulischen Partner:innen der Kulturellen Bildung gibt. Für andere Akteur:innen, darunter Künstler:innen, sieht es nicht besser aus.

 

Welche Veränderungen sind auf kultur- oder bildungspolitischer Ebene notwendig, um die Potenziale einer Zusammenarbeit mit Künstler:innen für die Kulturelle Bildung in Deutschland zu stärken?

Es gibt in Deutschland spätestens seit den 1980er-Jahren eine selbstverständliche Zusammenarbeit von Träger:innen außerschulischer Kultureller Bildung und Künstler:innen. Außer, dass der Bereich immer noch unterfinanziert ist, sehe ich hier wenig Nachholbedarf. Abstimmung und Qualifikation passieren in der Regel innerhalb dieser Kooperationen. Neu ist die Kooperation von Schulen mit Künstler:innen und Kultureinrichtungen. Diese Kooperationen finde ich nach wie vor schwierig. Sobald der Einsatz von Künstler:innen an der Schule als Substitut für Unterricht dient, sind alle Potenziale verschenkt. In jedem Fall halte ich nichts davon, Künstler:innen per se als kulturelle Bildner:innen zu verstehen. Dies ist eine eigene Qualifikation. Diese sowie vorhandene Qualifikationen sollten auf kultur- und bildungspolitischer Ebene mehr anerkannt und damit für mehr – vor allem pädagogische – Qualifikationen gesorgt werden.

 

Helle Becker bei „Künstlerische Interventionen in der Kulturellen Bildung“

Helle Becker beteiligt sich im Rahmen des Kurses als Referentin in Modul 5: „Kulturmanagement für Kunstschaffende in der Kulturellen Bildung“. Bei Fragen oder Interesse einer Zusammenarbeit wenden Sie sich gern an zertifikatskurs [at] uni-hildesheim [dot] de