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Damian Ibn Salem

© Neasa Ní Bhriain

Damian Ibn Salem ist als Dirigent, Korrepetitor, Pädagoge und Projektmanager im musikalischen Bereich aktiv. Schwerpunkte seiner Arbeit sind die Neukonzeption instrumentaler Musik und das aktuelle Musiktheater. Er leitete Vorstellungen am Theater Lüneburg, der Oper Leipzig und der Hochschule für Musik und Theater (HMT) „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig, darunter Opern lebender Komponisten sowie bekanntes Opernrepertoire. Als Stipendiat der Akademie Musiktheater heute arbeitet er an einem Projekt mit dem Ensemble Modern. Engagements als Korrepetitor führten ihn an die Oper Leipzig, das Theater Chemnitz und aktuell an das Theater Altenburg Gera. Er ist außerdem in der freien Musikszene tätig.

Er absolvierte sein Klavierstudium an der Hochschule für Musik Nürnberg und erwarb die Abschlüsse Bachelor und Master of Music Dirigieren an der HMT Leipzig bei Prof. Matthias Foremny.

Welches Thema taucht in Ihrer künstlerischen Arbeit immer wieder auf?

Das einzige, wirklich Verbindende in meinen Arbeitsfeldern ist die Musik. Einige Fragen begleiten mich in meiner Arbeit aber immer wieder: Wie schwer lastet die musikalische Tradition der vergangenen 300 Jahre auf uns? Was davon ist Reichtum? Warum hindert uns so vieles an einem offenen, zeitgemäßen Umgang mit dieser Tradition?

Was möchten Sie mit Ihrer kulturellen Bildungsarbeit bewirken?

Wir lassen uns in unserer Meinung über künstlerische Arbeit oft durch Klickzahlen, Vorschläge oder Beurteilungen leiten. Ich würde mich freuen, zu einem festeren Selbstbewusstsein beitragen zu können, um mit Neugier und ohne Vorbehalt Kultur aufzunehmen.

Was macht für Sie künstlerische Intervention in der Kulturellen Bildung aus?

Mir gefällt die Aussage von Joseph Beuys „Jeder Mensch ist ein Künstler“. Für die kulturelle Bildungsarbeit bedeutet das, dass es nicht nötig ist, Menschen Kunst beizubringen. Wir können stattdessen zusammen Kunst erschaffen und erleben.

 

 

kontext:europa

© Tobias Paul

Das Projekt kontext:europa bringt kontroverses Kulturgut auf die Bühne und setzt sich mit dem Kosmopoliten Beethoven auseinander. Mit der Instrumentierung irischer, schottischer und walisischer Volkslieder lässt Beethoven seine Zeitgenossen durch die ästhetische Brille der Wiener Klassik teilhaben – an den geschichtlichen, gesellschaftlichen und menschlichen Bedürfnissen dieser Völker. Jahrhundertealte Konflikte werden thematisiert, und zeigen auf, welche Ressentiments oder Verbindungen bis heute zwischen den Menschen bestehen. Die Auseinandersetzung hiermit, in Form von Musik und Gespräch, bietet ein interessantes Zeugnis dieser Ereignisse.

Was haben Sie aus diesem Projekt für ihre künstlerische Arbeit mitgenommen?

Für mich war erstaunlich, wie gut das Gespräch innerhalb des Konzerts aufgenommen wurde. Erst dadurch konnte eine Verbindung zu aktuellen Konflikten zwischen den betroffenen Völkern hergestellt werden.