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Saskia Köhler

© Astrid Lennartz

Saskia Köhler (*1976) ist Schauspielerin, Theaterpädagogin und Kulturagentin im Programm Kulturagenten für kreative Schulen NRW in Bielefeld. Nach Schauspiel-Engagements im Stadttheater Bielefeld und im Theater für Kinder Hamburg war sie seit 1999 hauptsächlich in der künstlerischen, kulturellen Bildung tätig, zum Beispiel als Künstlerin für das mus-e Programm der Yehudi Menuhin Stiftung Deutschland und als künstlerische Leiterin einer mus-e Modellschule. Als Lernbegleiterin ist sie seit 2015 in der Peter Gläsel Schule (PRRITTI-Bildungsmodell) für das Themenfeld Schulentwicklung und künstlerisch-kulturelle Bildung zuständig. Für die PRRITTI- Akademie arbeitet sie als Expertin für die Entwicklung und Umsetzung digitaler und kreativer Lernformate. Bundesweit ist sie als Referentin und Beraterin für kreative und künstlerische Bildungsprozesse mit Stiftungen, Universitäten, künstlerisch-kulturellen Programmen und Schulen tätig.

 

Wo liegt Ihr beruflicher Schwerpunkt?

Schwerpunkte meiner Arbeit sind die Themen Partizipation und Gestaltung im Bereich künstlerisch-kultureller Bildung. In allen meinen Betätigungsfeldern und bei meiner Arbeit steht stets im Fokus, durch methodische und systemische Partizipation und künstlerische Interventionen Veränderungsprozesse des Systems Schule anzustoßen sowie die Zusammenarbeit zwischen Kultureinrichtungen und freien Künstler:innen zu etablieren. Die Dimensionen und Qualitätsaspekte Kultureller Bildung sind für mich in diesem Spannungsfeld besonders interessant, um das Potenzial der Künste durch ihre transformativen Eigenschaften in ihrem Nutzen für die Bildung sichtbar zu machen und systemisch zu verankern.

 

Welche Potenziale sehen Sie in dem Zertifikatskurs „Künstlerische Interventionen in der Kulturellen Bildung“ für Ihr Fachgebiet?

Durch die Kollaboration der Künste mit dem System Schule können sich Lernprozesse auf die Potenziale der Menschen ausrichten. Das Zusammenwirken von künstlerischen Arbeitsweisen, Methoden und Herangehensweisen schafft neue Lernzugänge, die die Lebenswelt der Schüler:innen als Gestalter:innen eigener Lernprozesse in den Mittelpunkt stellt. Soziale und künstlerisch- ästhetische Kompetenzen werden durch künstlerische Zugänge, die sich aus dieser Verknüpfung ergeben, hinzugewonnen, sodass persönliche Entfaltung und kooperatives Denken und Handeln ermöglicht werden. Das sind Kompetenzen, die für die Zukunft notwendiger sind als Anweisungen zu befolgen oder Informationen zu repetieren. Kunst vermag die Komplexität von Lernprozessen sichtbar zu machen, Transformationen zuzulassen, und es zu ermöglichen, dass veraltete Strukturen aufbrechen und Lehrplänen ersetzt werden.

 

Welche Veränderungen sind auf kultur- oder bildungspolitischer Ebene notwendig, um die Potenziale einer Zusammenarbeit mit Künstler:innen für die Kulturelle Bildung in Deutschland zu stärken?

Evaluationen verschiedener Programme der Kulturellen Bildung der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass Künstler:innen in Schulen keine strukturellen Veränderungen bewirken können. Daher müssen Künstler:innen und auch Lehrer:innen eine neue Form der Ausbildung bekommen. Hierfür braucht es ein neues Berufsbild der Künstler:innen, die im Bildungskontext arbeiten möchten. Alle Kunstformen müssen in Schulen angeboten und gleichwertig behandelt werden. Zudem müssen Künstler:innen wie auch Lehrer:innen eine strukturelle Anbindung bekommen, um ihre Expertise gesichert entfalten zu können, um kooperatives und partizipatives Lernen zu ermöglichen.

 

Saskia Köhler bei „Künstlerische Interventionen in der Kulturellen Bildung“

Gemeinsam mit Birgitta Heller-Mevißen beteiligt sich Saskia Köhler im Rahmen des Kurses als Referentin in Modul 2: „Theoretische Konzepte und Diskurse“ und ist in Modul 8 sowie zusätzlichen Online-Formaten besonders für die „Train the Trainer“-Ausbildung verantwortlich. Bei Fragen oder Interesse an einer Zusammenarbeit wenden Sie sich gern an zertifikatskurs [at] uni-hildesheim [dot] de.