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Özlem Canyürek

© Jens Schmidt

Dr. phil. Özlem Canyürek ist freiberufliche Kulturpolitik-Forscherin und Dozentin. Ihre Forschung konzentriert sich auf die Aufgabe und Rolle der Kulturpolitik, um eine faire und zugängliche Szene der darstellenden Künste für alle zu erreichen. Sie studierte Soziologie an der Universität Istanbul. Nach ihrem M. A. an der Istanbul Bilgi Universität zum Thema Kulturmanagement und Kulturpolitik promovierte sie an der Universität Hildesheim am Institut für Kulturpolitik. In ihrer Dissertation beschäftigt sie sich mit der mangelnden kulturellen Vielfalt in der deutschen Theaterlandschaft. Sie schlägt Rahmenbedingungen einer rezeptiven Kulturpolitik vor, um kulturelle Vielfalt in Bewegung zu setzen für die Produktion und Verbreitung der Diversität von Gedanken, Erfahrungen, Wissen, Ästhetik und Weltanschauungen einer interkulturellen Gesellschaft. Sie ist Mitglied des PostHeimat-Netzwerks und der Global South Arts and Culture Initiative, GLOSACI.

 

 

 

Was ist Ihr beruflicher Schwerpunkt?

Meine Forschungsinteressen umfassen die Diversifizierungsprozesse in den darstellenden Künsten, die Schaffung gleicher Zugangsbedingungen zu den darstellenden Künsten und zu Kultureller Bildung für alle und den Aufbau interkultureller Kompetenzen und Fähigkeiten in der Kulturellen Bildung. Ich halte Vorträge zu diskriminierungskritischen, diversitätsorientierten Perspektiven in der Kulturpolitik, den darstellenden Künsten und der Kulturellen Bildung.

 

Welche Potenziale sehen Sie in dem Zertifikatskurs „Künstlerische Interventionen in der Kulturellen Bildung“ für Ihr Fachgebiet?

Kulturelle Bildung spielt eine entscheidende Rolle bei der Stärkung des Zugangs zu und der Teilhabe an Kultur. „Künstlerische Interventionen in der Kulturellen Bildung“ haben das Potenzial, Horizonte zu erweitern und die westlich dominierte Form der Wissensproduktion in den Künsten zu verändern. Ich hoffe sehr, dass dieser Zertifikatskurs eine Möglichkeit sein kann, Künstler:innen die notwendigen Fähigkeiten und Kompetenzen für das Erkennen und die Wertschätzung diversifizierter Arten und Weisen der Ästhetik und künstlerischer Formate zu vermitteln.

 

Welche Veränderungen sind auf kultur- oder bildungspolitischer Ebene notwendig, um die Potenziale einer Zusammenarbeit mit Künstler:innen für die Kulturelle Bildung in Deutschland zu stärken?

Erstens ist es wichtig, ein koordiniertes Vorgehen zwischen Kultur- und Bildungspolitik für eine stabile Zusammenarbeit mit Künstler:innen zu etablieren. Die entscheidende Frage ist jedoch, welche Kulturelle Bildung wir brauchen. Ziel sollte es sein, interkulturell orientierte Perspektiven der Kulturellen Bildung einzuführen. Unter interkulturell verstehe ich einen wechselseitigen, lebenslangen Lernprozess, der sich an alle Kinder und Jugendlichen richtet, unabhängig von ihrer ethnischen Herkunft in einem Land, in dem kulturelle Vielfalt als gesellschaftliche Norm anerkannt werden sollte. Eine vernetzte Kultur- und Bildungspolitik sollte sich um die Verbreitung verschiedener kultureller Ausdrucksformen bemühen und eine explizite interkulturelle Planung und entsprechende Umsetzungsstrategien anbieten, in denen Künstler:innen als Übermittler:innen von diversifiziertem künstlerischem Wissen positioniert werden.

 

Özlem Canyürek bei „Künstlerische Interventionen in der Kulturellen Bildung“

Özlem Canyürek beteiligt sich im Rahmen des Kurses als Referentin in Modul 2: „Theoretische Konzepte und Diskurse“. Bei Fragen oder Interesse einer Zusammenarbeit wenden Sie sich gern an zertifikatskurs [at] uni-hildesheim [dot] de