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Dong Zhou

© Thomas Zydatis

Dong Zhou (*1992) ist Komponistin, Medienkünstlerin und Performerin. Sie erwarb ihren B. A. in Music Design am Shanghai Conservatory und ihren M. A. in Multimedialer Komposition an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Zhou komponierte Auftragswerke für das Shanghai International Art Festival, das Hamburg CLAB Festival und das Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) Karlsruhe. Im Jahr 2018 gewann sie den 1. Preis des ICMC Hack-N-Makerthon. Im Jahr 2019 erreichte sie das Finale des Deutschen Musikwettbewerbs. Derzeit promoviert sie an der Leuphana Universität Lüneburg zum Thema „Site-specific Multimedia Performance as an Artform“.

Welches Thema taucht in Ihrer künstlerischen Arbeit immer wieder auf?

In meiner künstlerischen Arbeit tauchen verschiedene Themen immer wieder auf: die Klangumgebung und ihre Botschaft, insbesondere im industrialisierten städtischen Leben, außerdem Individuen in einem machtvollen System, Missverständnisse und Diskriminierung auf der Grundlage von Gender und Ethnizität sowie die Internetkultur. Diese Themen überlappen einander oft, da es sich bei ihnen um unterschiedliche Seiten der Gegenwartskultur handelt.

Was möchten Sie mit Ihrer kulturellen Bildungsarbeit bewirken?

Ich möchte mit meiner kulturellen Bildungsarbeit einerseits Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund unterstützen, sich auszudrücken und dadurch sichtbar zu werden. Andererseits möchte ich damit Menschen helfen, sich gegenseitig zu verstehen und sich selbst zu reflektieren.

Was macht für Sie eine künstlerische Intervention in der Kulturellen Bildung aus?

Die künstlerische Intervention in der Kulturellen Bildung findet ein Thema und versucht, es mit einer künstlerischen Lösung anzusprechen. Manchmal wird das Problem nicht unmittelbar gelöst, jedoch kann die Intervention das Thema in die künstlerische Praxis integrieren und die Situation allmählich verbessern.

 Gong Projekt, 2017

© Dong Zhou

Im Jahr 2017 gründeten Wang Shiwen und ich gemeinsam das Kollektiv „Gong Projekt“, das interdisziplinäre Musikstücke produziert und Musiker:innen verschiedener Stilrichtungen zusammenbringt. In diesem Projekt wollen wir die Möglichkeit bieten, sich mit chinesischer Folklore und Philosophie auseinanderzusetzen, sie in Musik und Performance zu transformieren, um damit die heutige Gesellschaft zu kommentieren und zu kritisieren.

Was haben Sie aus diesem Projekt für Ihre künstlerische Arbeit mitgenommen?

Ich habe gelernt, die Musik nicht nur als akustisches Ergebnis wahrzunehmen, sondern einen Zugang zum Kontext zu bekommen sowie den historischen Hintergrund zu erforschen. Diese Erfahrung wiederum inspiriert meine Kompositionen. Besonders wenn ich performative Stücke kreiere, verleihen sie der Musik eine neue Dimension. Während der Kollaboration mit Musiker:innen aus verschiedenen Regionen lerne ich, wie sie Kultur verstehen und ausdrücken. Ich erkläre dann einige chinesische kulturelle Phänomene. Dieser Erfahrungsaustausch soll keine exotische Ausstellung sein, sondern eine Plattform für gegenseitiges Verständnis und die Diskussion aktueller gesellschaftlicher Themen. Die gewonnene Erfahrung aus diesem Austausch kann außerdem auch auf das Kuratieren von Konzerten übertragen werden.