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Baharak Omidfard

© privat

Baharak Omidfard ist Künstlerin, Kuratorin und Kunsthistorikerin. Sie hat an der Teheran University of Art visuelle Kommunikation und an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg Kunstgeschichte und Islamwissenschaft mit Fokus auf sakrale Bauten studiert. Als Künstlerin hat sie an Ausstellungen im Iran und in Deutschland teilgenommen. Parallel dazu hat sie in den vergangenen zehn Jahren Kunstausstellungen in der Schweiz und in Deutschland kuratiert und teilweise journalistische Texte zu Gegenwartskunst verfasst. 2018/2019 erhielt Omidfard das Kuratoren-Stipendium der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur im Künstlerhaus Schloss Balmoral. Sie hat Berufserfahrung im musealen Kontext. Aktuell konzipiert sie Projekte an der Schnittstelle von Kunst und Gesellschaft.

Welches Thema taucht in Ihrer künstlerischen Arbeit immer wieder auf?

In meiner interdisziplinären Arbeit und Forschung tauchen folgende Themen auf:
Sammlung und Archiv als künstlerische Strategie, kuratorische Tätigkeit als künstlerisches Medium, Abschied als Strategie für Neubeginn und Abbildung des Tagesgeschehens.

Was möchten Sie mit Ihrer kulturellen Bildungsarbeit bewirken?

Ich möchte mit meiner kulturellen Bildungsarbeit mehr Akzeptanz für Diversität in der Kunst- und Kulturlandschaft, die Selbstverständlichkeit für Inter- und Transkulturalität im Kunst- und Kulturkontext sowie die Berücksichtigung von soziokulturellen Interessen in der Kulturellen Bildung bewirken.

Was macht für Sie eine künstlerische Intervention in der Kulturellen Bildung aus?

Die Zusammensetzung von künstlerischer Intervention mit der Kulturellen Bildung finde ich hochinteressant und sogar notwendig. Künstlerische Intervention ist für mich eine konstruktive Kritik an den bestehenden, starren Strukturen in der Kulturellen Bildung, um der vielfältigen Stadtgesellschaft im Hier und Jetzt agil begegnen zu können. Solche „Eingriffe“ können als Öffnungsräume und Öffnungsstrategien für Interaktionen und Partizipation funktionieren, in denen inter- und transkulturelle Konflikte die Identitätsentwicklung auf individueller und organisatorischer Ebene stimulieren können.

 

Meine Geschichte töpfern, 2019

© Baharak Omidfard

Im Sommer 2019 habe ich beim IN VIA e. V. mit Frauen afghanischer und jesidischer Herkunft gearbeitet und das Projekt „Meine Geschichte töpfern“ entwickelt, das auf die Visualisierung von Storytelling basierte. Es ging um das Eröffnen eigener Erfahrungsräume und das Mitteilen der Geschichten – gemeinsam mit anderen Teilnehmenden als verbindendes Element. Ziel war es, gegenseitiges Vertrauen zu gewinnen und Raum für Begegnung und Austausch zu kreieren. Während des Töpferns kamen Themen wie Migration, alte und neue Heimat, Emanzipation und Frauenrechte auf. Zum Schutz der Privatheit durfte bei IN VIA nicht fotografiert werden. Deshalb habe ich später das Objekt „Zahn der Schmerzen“ gestaltet, das sich auf die Geschichte einer Teilnehmerin bezieht und ihre Zahnschmerzen auf dem Fluchtweg abbildet.

Was haben Sie aus diesem Projekt für Ihre künstlerische Arbeit mitgenommen?

Für meine künstlerische Arbeit habe ich aus diesem Projekt mitgenommen, die Bedürfnisse der Gruppe zu erkennen und kreative beziehungsweise künstlerische Methoden für sie zu entwickeln sowie alle Erkenntnisformen als gleichwertige anzuerkennen und diese in den Arbeitsprozess zu involvieren.