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Olga Feger

© Privat

Olga Feger ist Schauspielerin, sie wurde vielfach für ihre interkulturellen Produktionen ausgezeichnet. Nach ihrem Studium in Berlin und Paris führten sie Engagements ans Maxim Gorki Theater Berlin und ans Staatsschauspiel Dresden. Neben ihrer Arbeit als Schauspielerin entstanden hier unter ihrer Leitung erste Stücke, seit 2014 auch Tanz-und Theaterproduktionen mit Menschen mit und ohne Fluchterfahrung am Festspielhaus Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste, Dresden. Feger gründete das Café International und etablierte das Montagscafé des Staatsschauspiels als bundesweit renommiertes Kulturzentrum für Geflüchtete. Ihre Produktionen wurden mit dem Starter-Engagementpreis der Studienstiftung des deutschen Volkes ausgezeichnet und für weitere Preise nominiert. Seit 2020 initiiert Feger afrikanisch-europäische Kooperationen für Tanz- und Theater.

Welches Thema taucht in ihrer künstlerischen Arbeit immer wieder auf?

Ich beschäftige mich in meinen künstlerischen Arbeiten meistens mit gesellschaftspolitisch relevanten Fragen. In meinen letzten Arbeiten ging es um Macht, Machtstrukturen und den Umgang mit jedweder Andersartigkeit, und um die Frage, was wir selbst als „normal“ bezeichnen, und wie absurd dies aus einer anderen Perspektive erscheinen kann.

Was möchten Sie mit Ihrer kulturellen Bildungsarbeit bewirken?

Kulturelle Bildungsarbeit eröffnet für jeden einzelnen Menschen andere, neue Türen. Türen zu sich selbst, zum Umgang mit sich selbst, dem anderen und der Gesellschaft. Mit meiner kulturellen Bildungsarbeit möchte ich Menschen dazu ermutigen, sich selbst und anderen neue Räume zu eröffnen und sich darin auszuprobieren. Ich möchte einen Ort schaffen, an dem man sich mit diversen Fragen auseinandersetzen, Perspektiven verändern und sich selbst erweitern kann.

Was macht für Sie eine künstlerische Intervention in der Kulturellen Bildung aus?

Eine künstlerische Intervention in der Kulturellen Bildung zeichnet sich für mich durch das kreative Moment aus. Sich selbst zu ermächtigen, seine eigenen schöpferischen Fähigkeiten zu entwickeln und selbstbestimmt einen Transformationsprozess zu bewirken. Die künstlerische Intervention sehe ich als ein Freiheitsmoment, in dem ich mich neu in Bezug zu mir selbst, dem anderen und der Welt entdecken und positionieren kann.

 

Im&ExportMoves

© Peter R. Fiebig

Im&ExportMoves ist ein transkulturelles Theater und Tanzprojekt. Mit Mitteln aus Theater und zeitgenössischem westafrikanischem Tanz schafft es einen Raum der interkulturellen Begegnung und des Austauschs zwischen Menschen unterschiedlichster Herkunft. Die Teilnehmenden setzten sich sieben Monate lang interdisziplinär mit gesellschaftlichen und zwischenmenschlichen Themen auseinander und entwickelten ein Stück, das sie am Festspielhaus Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste zur Premiere brachten. Im&ExportMoves ist eine Kooperation zwischen dem Festspielhaus Hellerau, Dresden und dem Verein Afropa e. V., entwickelt und geleitet von Olga Feger. Sie stellte für diese Produktion ein internationales künstlerisches Leitungsteam zusammen, bestehend aus Künstler:innen mit teilweise eigener Migrationsgeschichte oder Fluchterfahrung.

Was haben Sie aus diesem Projekt für Ihre künstlerische Arbeit mitgenommen?

Mir ist durch diese Arbeit noch einmal bewusster geworden, wie wichtig es ist, einen geschützten Raum zu schaffen und zu halten als Basis für einen schöpferischen Prozess – und um wie viel spannender lebendiges Spiel ist im Vergleich zu handwerklicher Perfektion. Auch die interdisziplinäre Fusion von Tanz, Schauspiel und Musik sowie die unterschiedlichen Arbeitsweisen des internationalen Teams waren eine große Bereicherung für meine künstlerische Arbeit.