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Maike Gunsilius

© Thomas Krätzig

Maike Gunsilius ist Professorin für die Ästhetik des Kinder- und Jugendtheaters an der Stiftung Universität Hildesheim. Als Kulturwissenschaftlerin, Dramaturgin und Performance-Macherin hat sie seit 2003 an Theatern u. a. in Basel, Frankfurt am Main, Hamburg sowie in theatralen Stadtprojekten, freien Performances und Schulen gearbeitet. Außerdem hat sie an Hochschulen u. a. in Hamburg und Hildesheim gelehrt. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Dramaturgien des zeitgenössischen und performanceorientierten Kinder- und Jugendtheaters sowie partizipative künstlerische Forschung mit Kindern und Erwachsenen.

 

Was ist Ihr beruflicher Schwerpunkt?

Ich untersuche, wie zeitgenössische Formen von Theater und Performance für und mit Kindern und Jugendlichen deren Fragen und Anliegen bearbeiten. Dabei begreife ich das Kinder- und Jugendtheater als eine künstlerische demokratische Praxis, mit der Fragen des Zusammenlebens in einer diversen Gesellschaft für Gegenwart und Zukunft verhandelt werden und in der es deshalb stets darum geht, die Perspektive von Kindern und Jugendlichen und ihre gesellschaftliche Position im Verhältnis zu Erwachsenen neu zu verhandeln.

 

Welche Potenziale sehen Sie in dem Zertifikatskurs „Künstlerische Interventionen in der Kulturellen Bildung“ für Ihr Fachgebiet?

Ich sehe es als Herausforderung für den Kulturbetrieb und für Bildungsinstitutionen, Fragen gesellschaftlicher Diversität und Transformation in engerer Verbindung mit unterschiedlichen Bürger:innen zu bearbeiten. Das bedeutet für Künstler:innen verstärkt, mit ganz unterschiedlichen Expert:innen des Alltags zusammenzuarbeiten und künstlerische Formen und Arbeitsweisen für sehr heterogene Konstellationen zu entwickeln. Der Zertifikatskurs bietet die Chance, eine dafür notwendige Expertise zu vermitteln.

 

Welche Veränderungen sind auf kultur- oder bildungspolitischer Ebene notwendig, um die Potenziale einer Zusammenarbeit mit Künstler:innen für die Kulturelle Bildung in Deutschland zu stärken?

Zeit und Personal sind die zentralen Ressourcen für die künstlerische Arbeit in sozialen Feldern, um Fragen von Diversität und Teilhabegerechtigkeit in künstlerischen Projekten sowohl strukturell als auch ästhetisch bearbeiten zu können. Das erfordert neue personelle Aufstellungen und zeitliche Abläufe – und eine entsprechend höhere finanzielle Ausstattung.

 

Maike Gunsilius bei „Künstlerische Interventionen in der Kulturellen Bildung“

Maike Gunsilius beteiligt sich im Rahmen des Kurses als Referentin in Modul 1: „Potenziale der Künste für kulturelle Bildungsprozesse“. Bei Fragen oder Interesse einer Zusammenarbeit wenden Sie sich gern an zertifikatskurs [at] uni-hildesheim [dot] de