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Stipendiat:innen

Robert Krainhöfner – Fragen

Welches Thema taucht in Ihrer künstlerischen Arbeit immer wieder auf?

Der Ausgangspunkt für meine Arbeiten sind immer wieder einfache geometrische Formen – der Kreis, das Quadrat und das Band –, die sich offensichtlich einem Veränderungsprozess unterziehen. Diese elementaren Formen werden nach vorher bestimmten Regeln gefaltet oder zerschnitten und neu zusammengesetzt. Bei meinen Untersuchungen steht eine Neugier im Vordergrund, die das lebendige und nicht sichtbare Wesen der Geometrie zeigen möchte. Es entstehen Falträume, die sich mit phantasievoller Aufmerksamkeit in ihre ursprüngliche Lage zurückverfolgen lassen. Man wird herausgefordert, genau hinzuschauen und die spielerischen Zusammenhänge von Fläche und Raum zu verstehen. Ich verstehe sie als „Visuelle Klänge“.

Was möchten Sie mit Ihrer kulturellen Bildungsarbeit bewirken?

In meinen Workshops und Projekten möchte ich den Kunstunterricht Praxisbetonter gestalten beziehungsweise eine Atelierstimmung erzeugen, die so im klassischen Schulbetrieb nur selten zu erreichen ist. Beim gemeinsamen Arbeiten und Ringen um eine gute Lösung entstehen unmittelbar wichtige Fragen, die aus der jeweiligen Situation heraus direkt besprochen werden können. Das Ernstnehmen dieser Fragen macht Mut und lässt die Teilnehmenden größer denken. Gerade Außenseiter können so lernen, ihren Fokus auf bestimmte Themen zu richten. Generell geht es darum, die Leidenschaft und Zuversicht für den kreativen Prozess zu entfachen.

Was macht für Sie eine künstlerische Intervention in der Kulturellen Bildung aus?

Ich möchte bei meinen künstlerischen Interventionen in der Kulturellen Bildung den Rahmen des bisher Möglichen sprengen und die Sicht auf den Stellenwert der Kunst neu schärfen. Als erstes natürlich bei den Schüler:innen, aber ebenso bei den Lehrer:innen und Eltern. Es sind die Erfahrungen über den Schulalltag hinaus, welche die Schüler:innen aus ihrer Komfortzone heraustreten lassen und damit etwas Tieferes offenbaren. So möchte ich bleibende Erfahrungen hinterlassen, die im Normalablauf unseres Bildungssystems nur selten zu erfahren sind.