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Stipendiat:innen

Olek Witt – Fragen

Welches Thema taucht in Ihrer künstlerischen Arbeit immer wieder auf? 

Entsprechend dem Motto „Jeder Mensch ist ein Künstler“ von Joseph Beuys, taucht bei mir immer wieder die Förderung von kreativen Potenzialen von Kindern und Jugendlichen auf. Ich wende Methoden des Devising Theatre bei der Entwicklung von Performances an. Zentral sind kollektives, kollaboratives und improvisatorisches Arbeiten und Erforschen der sozialen Wirklichkeit sowie der Respekt für unterschiedliche Lebenserfahrungen und Entwürfe. Ich wende unkonventionelle Formate wie Theaterparcours an, die einem breiteren Publikum in diversen sozialen Räumen einen direkteren Zugang zur Kunst ermöglichen. Es geht mir um das Erkennen von sichtbaren und unsichtbaren Grenzen, um sie zu hinterfragen, denn Theaterkunst ist Dialog.

Was möchten Sie mit Ihrer kulturellen Bildungsarbeit bewirken? 

Ich möchte bewirken, dass die Partizipation gestärkt wird, neue, unkonventionelle Zugängen zu Kunst jenseits von Privilegien aufgrund der Herkunft oder Bildung geschaffen werden, die persönliche Entwicklung sowie die Eigenverantwortung der kreativen Selbstbestimmung gestärkt werden. Eine demokratische Gesellschaft ist stets eine Gesellschaft im Wandel. Dieser Wandel braucht immer wieder neue individuelle und kollektive Gestaltungsfähigkeit. Durch die Anwendung von theaterpädagogischen und performativen Methoden wird die Entfaltung der Kreativität und der ästhetische Bildung als Basis für die kulturelle und politische Teilhabe gefördert.

Was macht für Sie eine künstlerische Intervention in der Kulturellen Bildung aus? 

Sie sorgt für eine ästhetische Sensibilisierung und Durchbrechung von Alltagswahrnehmung durch Entdeckung, Erforschung und Manifestation von neuen Perspektiven. Außerdem trägt sie dazu bei, Veränderungen in sozialen Räumen durch dialogische Prozesse bewusst und aktiv zu gestalten. Sie fördert das Erkennen und Infragestellen von Strukturen, die die notwendigen Veränderungsprozesse behindern, sowie temporäre und spontane Aktionen im öffentlichem Raum als auch langfristig angelegte Strategien, die auf Defizite, Ungleichheiten und Diskriminierung aufmerksam machen und zugleich auf positive Veränderungen zielen sowie eine Teilhabe mit einer umfassenden Inklusion ermöglichen.