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Stipendiat:innen

Lisa Haucke – Projekt

Papierflieger fliegen, 2020

© Nina Werth

Meine Zeit als Fliegende Künstlerin an der Limesschule Idstein startete ich mit einem Performance-Auftakt, der in der von mir gewählten formalen Setzung das gesamte Schuljahr strukturierte. Dazu rief ich alle an der Schule Beteiligten auf, einen Wunsch für das Schuljahr auf einem Papierflieger zu notieren und diesen auf den Schulhof segeln zu lassen. Anschließend wurden drei der Flieger in einer Tanzperformance von mir und meinen Performance-Kolleg:innen ausgelost und jeweils ein Datum per Zufallsprinzip ermittelt, wann ich diesen Wunsch im Laufe des Jahrs mit weiteren Kunst-Aktionen erfüllen würde. Die Papierflieger wurden eingesammelt und mit den Schüler:innen ausgewertet, kategorisiert, geschreddert und neu geschöpft. Dann wurde ein Buch mit den darin enthaltenen Wünschen daraus gebunden, welches in den Präsenzbestand der Schulbibliothek übergeht.

Was haben Sie aus diesem Projekt für Ihre künstlerische Arbeit mitgenommen?

Inspirierend für die künstlerische Arbeit war, dass ich als Gast an der Schule zugleich Gastgeberin des Künstlerzimmers war. Dass das Fliegende Künstlerzimmer dabei nicht nur zum „dritten Pädagogen“, sondern auch zu einem künstlerischen Partner werden kann, war eine tolle Erfahrung. Die Aktion „Papierflieger fliegen“ hat mir gezeigt, dass ich als Künstlerin die Möglichkeit habe, die Stimmen vieler zu bündeln, Schule als ein soziales Feld mit künstlerischen Mitteln zu beleuchten und durch das Setzen von Rahmungen kleine wie größere Teilprojekte zu realisieren. Das schafft nicht nur Strukturen, sondern es kann alltägliche auch verändern. Mit dem Buch kann ich der Schulgemeinschaft etwas zurückgeben – ganz im Sinne der Nachhaltigkeit von Projekten in der Kulturellen Bildung.