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Stipendiat:innen

Jeff Hemmer – Fragen

Welches Thema taucht in Ihrer künstlerischen Arbeit immer wieder auf?

Auf der rein inhaltlichen Ebene drehen sich meine Arbeiten je nach Kontext um sehr unterschiedliche Themen. Der rote Faden darin spinnt sich jedoch oft um die Nähte zwischen Individuum und Gesellschaft. Ich beschäftige mich gerne mit historischen, sozialen und gesellschaftspolitischen Themen. Spannend für mich sind an entsprechenden Projekten in der Vorbereitungsphase die Recherche und die Gelegenheit zu einer tieferen Auseinandersetzung mit einem bestimmten Thema, und in der Produktionsphase die Suche nach einer geeigneten Erzählung. Ich liebe Sprachen und erlebe meine Arbeit oft analog zum Erlernen, Erkunden und Übersetzen einer Sprache.

Was möchten Sie mit Ihrer kulturellen Bildungsarbeit bewirken?

Ein Bild ist ein Bild. Eine ganze Seite solcher Bilder wird zu einem Stil mit einer inhärenten Logik und einer eigenen Sprache. Comics können so individuell verschieden sein wie die Menschen, die sie zeichnen. Wir alle erzählen täglich Geschichten und die meisten von uns sind motorisch in der Lage, eine Strichfigur zu zeichnen. Beides zusammen ist die Grundlage für einen Comic, der andere Menschen berühren und mitnehmen kann. Die Erfahrung „Ich kann eine Botschaft zeichnen und darüber in eine gelungene Kommunikation treten“ möchte ich erlebbar machen.

Was macht für Sie eine künstlerische Intervention in der Kulturellen Bildung aus?

Eine künstlerische Intervention in der Kulturellen Bildung sollte für die Teilnehmer:innen die Möglichkeit einer nachhaltigen Erfahrung bieten. Idealerweise bleibt sie nicht auf den Moment der Teilnahme beschränkt, sondern entfaltet ihre tatsächliche Wirkung vor allem im Nachhinein. Ebenso wichtig wie der aktive, kreative Moment ist der Raum, den sie öffnet und offenlässt. Die Intervention ist ein Impuls, der zu Reflexion und einer tieferen Beschäftigung einlädt und zur individuellen Entwicklung beiträgt, indem ein geschützter Raum die Auseinandersetzung mit Freude, manchmal auch Frust, den eigenen Ideen und neuen Eindrücken ermöglicht.