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Stipendiat:innen

Christophe Ndabananiye – Fragen

Welches Thema taucht in Ihrer künstlerischen Arbeit immer wieder auf? 

Von zentraler Bedeutung in meinen Arbeiten ist die Erinnerung, genannt Ukumbusho auf Suaheli, meiner ersten Muttersprache. Ich rekurriere dabei auf Spuren, sowohl als konzeptuelle Grundlage meiner Werke als auch als Material, die den Zustand von Heimatlosigkeit und Zerstörung durch das Zurücklassen von Menschen und Objekten signalisieren. Dabei verarbeite ich biografische Erfahrungen von radikaler Angst und Verlust, verbunden mit der Ungewissheit der Zukunft. Bevorzugt verwende ich industrielle Lackfarbe aufgrund ihres zerstörerischen Potenzials als giftige Farbe und zugleich wegen ihrer Funktionalität.

Was möchten Sie mit Ihrer kulturellen Bildungsarbeit bewirken?

Mich interessiert in erster Linie der Diskurs über künstlerische Arbeiten. In meiner bisherigen kulturellen Bildungsarbeit, beispielsweise mit Kindern in Masaka in der ruandischen Hauptstadtprovinz Kigali oder mit Studierenden in Berlin, erlebte ich gegenseitige Inspiration. Sie fördert den gemeinsamen künstlerischen Prozess und lehrt uns die interessante Erfahrung des Austauschs zwischen Kunstschaffenden und Rezipient:innen, die wir in der Bildungsarbeit im Alltag erleben.

Was macht für Sie eine künstlerische Intervention in der Kulturellen Bildung aus?

Von der Theorie bis hin zur Praxis im Kurs ist für mich sehr wichtig, wie die Kulturelle Bildung an der Schnittstelle von künstlerischer Arbeit, pädagogischer Arbeit und Kulturmanagement anknüpft und auch meine eigene künstlerische Position stärkt. Ein wichtiges Anliegen ist mir außerdem, die Zusammenarbeit mit anderen künstlerischen Sparten zu verstärken und dabei die Herausforderung der Digitalisierung in der Bildungsarbeit nicht zu vergessen.