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Stipendiat:innen

Christina Schelhas – Fragen

Welches Thema taucht in Ihrer künstlerischen Arbeit immer wieder auf?

In meinen Theaterinszenierungen bin ich immer wieder auf der Suche nach neuen ästhetischen Formen, um feministische und sozialpolitische Themen unserer Zeit zu verhandeln. Dabei stoße ich immer wieder auf Mythen, Held:innen-Geschichten und -Märchen. Mich fasziniert die symbolhafte und bildgewaltige Kraft und ich finde, dass sich die „alten“ Geschichten hervorragend als Schablone eigenen, um sich kritisch mit zeitgenössischen Fragen auseinanderzusetzen. Dabei ist es mir wichtig, sinnliche Erfahrungsräume für das Publikum zu erschaffen, Klischees und humorvoll veraltete Narrationen zu hinterfragen.

Was möchten Sie mit Ihrer kulturellen Bildungsarbeit bewirken?

Ich glaube daran, dass die politische Kraft des Theaters nicht nur im „Endprodukt“, in der Aufführung liegt, sondern ebenso in seiner Machart. Für mich ist Theater wie eine Art Experimentierlabor der Gesellschaft. Aktiv und selbstbestimmt teilzuhaben an kreativen Prozessen, kann unglaublich kraftvoll und bestärkend sein. Mit meiner kulturellen Bildungsarbeit möchte ich Freiräume schaffen, die Begegnung und Auseinandersetzung ermöglichen – mit sich selber und innerhalb einer Gemeinschaft.

Was macht für Sie eine künstlerische Intervention in der Kulturellen Bildung aus?

Für mich bedeutet künstlerische Intervention eine Erschütterung, ein Innehalten oder einen Wechsel der eigenen Perspektive. Das bedeutet, kulturelle Formate neu und umzudenken, um eine kritisch Auseinandersetzung mit sozialen Gesellschaftsstrukturen zu ermöglichen. Sich immer wieder neu zu fragen: Wie kann kulturelle Teilhabe für alle intersektional zugänglich gemacht werden? Welchen Themen und wem gebe ich Raum? Was und wer bleibt dabei unsichtbar?