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Stipendiat:innen

Céline Bartholomäus – Fragen

Welches Thema taucht in Ihrer künstlerischen Arbeit immer wieder auf?

In der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen tauchen dieselben Themen in unterschiedlicher Intensität und Dringlichkeit auf. Während die Frage nach Partizipation in der Theaterarbeit mit nicht professionellen Darstellenden und Schreibenden oftmals dort beginnt und auch schon wieder aufhört, wo Förderlogiken Zugänge und Ausschlüsse festlegen, geht es in der praktischen Arbeit immer wieder um die Frage nach der eigenen Verortung auf der Bühne und den Themen, die dort verhandelt werden. In meiner Arbeit ist es ein Querschnittsthema, machtkritische Ebenen mitzudenken und sie in Inszenierungen als Arbeitsgrundlage zu setzen. Dabei geht es um die Frage nach Körperlichkeiten auf der Bühne, die eine eigene Deutungsebene einfordert, und somit Seh- und Inszenierungsgewohnheiten infrage und auf den Prüfstand stellt.

Was möchten Sie mit Ihrer kulturellen Bildungsarbeit bewirken?

An der Schnittstelle von emanzipatorischer und Kultureller Bildung liegt ein enormes Potenzial der Verortung und Erfahrung von Selbstwirksamkeit. Da insbesondere Schulen immer drastischer kulturell-künstlerische Stunden streichen müssen, verringert sich das Angebot, dort eigene ästhetische Ausdrucksweisen zu entwickeln und Impulse zu erhalten. Daher möchte ich durch den engen Kontakt mit Schulen mein Wissen, Netzwerke und Möglichkeiten teilen, um weiterhin Kulturelle Bildung in entsprechende Institutionen einbinden zu können. Außerhalb schulischer Kontexte liegt mein Fokus auf Theaterarbeit und Performance, die sich mit und an ein Publikum wenden, und die den möglichst realen gesellschaftlichen Verhältnissen entsprechen, mitgedacht werden und dem Theaterkanon eine Perspektive entgegensetzen.

Was macht für Sie eine künstlerische Intervention in der Kulturellen Bildung aus?

Erstens, dass sie lustvoll besetzt und dabei schmerzhaft und laut, oder leise und stürmend oder wohltuend und stechend sein kann. Zweitens, dass sie wahrgenommen wird. Drittens, dass sie Potenzial hat zu wachsen.