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Stipendiat:innen

Anna Till – Fragen

Welches Thema taucht in Ihrer künstlerischen Arbeit immer wieder auf?

Ich arbeite überwiegend in Kollaboration mit anderen Künstler:innen, um z. B. den interkulturellen Austausch (mit Katia Manjate, Choreografin in Maputo/Mosambik) oder das Verhältnis zwischen verschiedenen künstlerischen Disziplinen (mit Barbara Lubich, Filmemacherin und Soziologin) zu thematisieren. Diese Arbeitsweise bestimmt auch den Inhalt und die Ästhetik jeder Produktion, der eine längere Recherche-Phase vorausgeht, um in das jeweilige Thema einzusteigen. Themen sind u. a. „life in numbers“ (2019): Wie lassen sich zwei unterschiedliche Lebensrealitäten darstellen? „Experiencing time“ (2021): Wie gehen wir mit Zeit und wie geht Zeit mit uns um?

Was möchten Sie mit Ihrer Kulturellen Bildungsarbeit bewirken?

Mir ist es wichtig, durch die tänzerische und performative Arbeit ein selbstbestimmtes und offenes Verhältnis zum eigenen Körper und den Körpern anderer zu fördern. Ich möchte dafür sensibilisieren, wie vielfältig Bewegungskunst ist und wie stark die eigene Präsenz in den Raum und auf Mitmenschen bzw. ein Publikum wirken kann. Dafür braucht man keinen besonders trainierten Körper, der ausgefallene Bewegungen macht. Das Training besteht vielmehr in dem bewussten Entdecken der eigenen Fähigkeiten und im wachsamen Miteinander. Im Tanz begegnet man einander. Diese Begegnung(en) in Choreografie zu übersetzen, das Potenzial des eigenen Körpers als künstlerisches Mittel zu erkennen, das möchte ich bewirken.

Was macht für Sie eine künstlerische Intervention in der Kulturellen Bildung aus?

Als Künstlerin bringe ich meine jeweiligen Themen und meine eigene Arbeitsweise mit. Ich integriere die Teilnehmer:innen in meinen künstlerischen Prozess. Die Teilnehmer:innen selbst sind Expert:innen und Künstler:innen, mit denen ich in einen Dialog trete. Der (kritische) Austausch zu den jeweiligen Übungen, das Trainieren von genauem gegenseitigen Beobachten und Formulieren des Gesehenen spielt eine große Rolle.

Jede Workshop-Einheit verstehe ich im Sinne einer Tanzperformance, die ihre eigene Dramaturgie braucht, sinnvoll von einer Übung zur nächsten leitet und dabei immer ausreichend Raum für Spontaneität lässt, um auf Anregungen der Teilnehmer:innen einzugehen.