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Stipendiat:innen

Anke Eberwein – Projekt

Faltenklang

© Hans-Joachim Herbold

Wenn die Menschen nicht zur Kunst kommen können, dann kommt die Kunst zu den Menschen. In dieser „aufsuchenden Kulturarbeit“ besuche ich Einrichtungen, Kliniken, Quartiere und private Wohnzimmer und komme über das gemeinsame Musizieren der großen Sehnsucht nach zwischenmenschlicher Resonanz entgegen. Dafür reise ich mit Flöte, Stimme, Gitarre und Akkordeon, zahlreichen einfachen Mitmachinstrumenten und Verstärkungstechnik durch den Landkreis und musiziere vor Fenstern, in Wohnzimmern, Treppenhäusern und Gärten. Im Rahmen von Mitmachkonzerten ermögliche ich älteren und alten Menschen kulturelle Teilhabe und Mitgestaltung. Wir treten in einen musikalischen Dialog. Musik wird dabei ganz neu erlebt: intuitiv, interaktiv, improvisatorisch.

Was haben Sie aus diesem Projekt für Ihre künstlerische Arbeit mitgenommen?

Meine Zielgruppe ist aufgrund von unterschiedlichen Prägungen, Lebenserfahrungen, Bedürfnissen, Fähigkeiten und kulturellen Geschmäckern höchst heterogen. Die Musik, die ich alten Menschen „bringe“, und die künstlerische Sprache verändern sich vor dem Hintergrund dieser Vielfalt daher ständig. Wir lernen von- und miteinander. Die künstlerische Herausforderung dabei ist für mich, Menschen im Prozess der Alterung, mit zunehmenden Einschränkungen und Unsicherheiten, musikalische Möglichkeiten zu bieten, in denen sie ein positives Lebensgefühl entwickeln und erhalten können. Es bedarf also ästhetisch-kreativer, humaner und menschenfreundlicher Wege des Umgangs mit Alter. Letztlich werden diese auch unsere gemeinsame kulturelle und soziale Zukunft bestimmen.