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Stipendiat:innen

Alexandar Hadjiev – Fragen

Welches Thema taucht in Ihrer künstlerischen Arbeit immer wieder auf?

Ein immer wiederkehrendes Thema bei meiner künstlerischen Arbeit ist „Geduld“. In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Technologie sehr stark entwickelt. Innerhalb von wenigen Sekunden erhalten wir Information, basierend auf Algorithmen, und müssen dadurch nicht mehr so viel denken. Beispielsweise gibt es mathematische Berechnungen, die besagen, wie Musik klingen oder was der Inhalt eines Films sein sollte. Wir aktivieren unser Gehirn zu wenig und werden ungeduldig, wenn wir selbst nachdenken und Antworten auf Fragen finden müssen. In meiner Arbeit probiere ich, den Zuschauer:innen/Zuhörer:innen viel Raum zu geben, um deren Imagination zu aktivieren und sie zu einer eigenen Beschreibung zu motivieren.

Was möchten Sie mit Ihrer kulturellen Bildungsarbeit bewirken?

Die neue Generation hat viel zu bieten und wir sollten die Gelegenheit nutzen, sie kennenzulernen. Als Künstler liegt mein Fokus auf Kollaborationen und interdisziplinärem Austausch, und so kann ich den Prozess mit jungen Menschen auch beschreiben. Wir treffen uns, um zu experimentieren und Ideen auszutauschen, ohne etwas zu „lernen“. Als Künstler ist es meine Aufgabe zu erkennen, wo sich ein künstlerisches Potenzial versteckt, und dieses gemeinsam weiterzuentwickeln. Sehr oft überschneiden sich die Themen meiner künstlerischen Arbeiten und der Projekte mit Jugendlichen. Ich empfinde das als sehr wertvoll, weil sich uns so viel mehr Sichtweisen eröffnen können. Außerdem fördern solche Prozesse das Selbstbewusstsein und die Kreativität der Schüler:innen.

Was macht für Sie eine künstlerische Intervention in der Kulturellen Bildung aus?

Die Geschichte hat bewiesen, dass Kunst eines der wichtigsten Elemente für die Entwicklung einer Gesellschaft ist. Obwohl sie heute ein Bereich ist, dem wir uns in unserer Freizeit widmen, umgibt uns die Kunst unbewusst; sie ist überall, in jedem Beruf und jedem Fachgebiet zu finden. Kunst entwickelt unser Denken und unterstützt unsere persönliche Entwicklung. Außerdem bin ich davon überzeugt, dass eine Konfrontation mit Kunst unsere Gesellschaft näher zusammenbringen wird.