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Kristina Veit

© Michael Benthin

Kristina Veit absolvierte ihr Diplom als Bühnentänzerin an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. Nach vier Jahren Theaterengagements in Linz und St. Gallen begann sie 2005 freischaffend mit Kompanien in Dänemark, Spanien und Uruguay zu arbeiten. 2009 wurde Frankfurt am Main zu ihrer Homebase. Im selben Jahr gründete Veit ID_Frankfurt e. V., 2012 folgte das Z, Zentrum für Proben und Forschung. Seit 2013 kreiert sie ihre eigenen Arbeiten mit dem Künstlerinnen-Duo ravvina/veit. Veit arbeitet seit 2010 kontinuierlich im Bereich der ästhetischen Bildung in Grund- und Realschulen, Integrierten Gesamtschulen und einer Förderschule. 2017/2018 arbeitete sie im Bereich Konzeption und Durchführung in der Weiterbildung für Förderschullehrer:innen in Bayern, gefördert durch die Stiftung Kunst und Natur gGmbH.

Welches Thema taucht in Ihrer künstlerischen Arbeit immer wieder auf?

Die Frage nach dem Raum oder der unmittelbaren Umgebung, einhergehend mit einem sich in Beziehung setzen, beschäftigte mich in meiner künstlerischen Arbeit in den vergangenen Jahren. Die Verhandlung mit dem, was mich an Architektur, Objekten oder Körpern umgibt.

Was möchten Sie mit Ihrer kulturellen Bildungsarbeit bewirken?

Im besten Fall erhoffe ich mir, dass die Teilnehmer:innen eine Erweiterung der Möglichkeiten erhalten, um den Körper einzusetzen und spielerisch ihre Ausdrucksformen frei zu wählen. Ich wünsche mir, dass ein Vertrauen in und der Mut zu eigenen Ideen und kreativen Impulsen geschaffen wird, sodass die Hemmschwelle sinkt, selbst erfinderischer zu werden und die Ideen in Tat, Ausdruck, Form und Bewegung umzusetzen.

Was macht für Sie eine künstlerische Intervention in der Kulturellen Bildung aus?

Eine künstlerische Intervention in der Kulturellen Bildung hat für mich zunächst mit einer Unterbrechung zu tun. Es ist eine Möglichkeit, aus dem Bekannten und eventuell Automatisierten herauszutreten und eine Erfahrung zu machen, die vielleicht neu, ungewohnt und anders ist. Das eigene Erfahrungsfeld wird dadurch erweitert.

X-Welten

© Kristina Veit

Ein Jahr lang, für einen Tag pro Woche, setzten sich fünf Künstler:innen aus Musik, Tanz, Bildender Kunst und Schauspiel und etwa 35 Schüler:innen der Jahrgangsstufen fünf, sechs und sieben mit dem Thema X-Welten auseinander. Es gab eine Orientierungsphase, in der alle die Disziplinen kennenlernten, um sich dann für eine Kunstsparte entscheiden zu können. So kamen in den folgenden Wochen Fragen zu Schwerkraft und Schwerelosigkeit auf. Welche Gesetzmäßigkeiten könnte es noch geben? Was verändert unsere Wahrnehmung? Wann sieht Bewegung befremdlich aus? Reicht ein Perspektivwechsel dafür aus? Das Projekt mündete in einer Aufführung für die Schulgemeinde, die durch das Schulgebäude reiste und die unterschiedlichsten Welten entdecken konnte.

Was haben Sie aus diesem Projekt für Ihre künstlerische Arbeit mitgenommen?

Dass der künstlerische Prozess oft mit Fragen beginnt und diese nicht unbedingt im Laufe des Prozesses weniger werden. Einige Fragen werden vielleicht eine Antwort finden, und andere haben genau die Stärke und Kraft, dass man sie nie beantworten darf.