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Sabine Funk

© Roland Baege

Sabine Funk ist ausgebildete Bühnenmalerin und Bühnenplastikerin, Künstlerin und Kunstwissenschaftlerin. Sie arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Kunstakademie Münster, zuvor entwickelte sie am Institut für Kunst und Materielle Kultur der Technischen Universität Dortmund den künstlerischen Arbeitsbereich „Digital & Expanded Painting“. Ihre Interessenschwerpunkte liegen in zeitgenössischer und medienbasierter Kunst, inbesondere in der digitalen Malerei, sowie in der digitalen Transformation im Bildungs- und Kultursektor. Sie ist Gründungsmitglied des wissenschaftlich-künstlerischen Thinktanks Frappanz – Kollektiv kultureller Freiheiten e. V.

www.frappanz.com

Welches Thema taucht in Ihrer künstlerischen Arbeit immer wieder auf?

In meiner künstlerischen Arbeit interessieren mich insbesondere die Möglichkeiten von Wahrnehmung unterschiedlicher Realitäten und das Zusammenspiel von digitalen und analogen Elementen. Hier suche ich nach Verschmelzungen, vor allem aber auch nach Grenzen und Irritationen, die die alltäglichen Sehgewohnheiten hinterfragen und zu neuen Verortungen führen können.

Was möchten Sie mit Ihrer kulturellen Bildungsarbeit bewirken?

Ich möchte dazu anregen, Perspektivwechsel auszuprobieren, sich von konventionellen Vorstellungen und Strukturen zu befreien und die eigenen Wahrnehmungsgewohnheiten loszulassen. Persönliche und auch gesellschaftliche Entwicklungsräume können durch Experimentieren, Fragen stellen, Diskutieren und Forschen eröffnet und neu definiert werden. Kulturelle Bildungsarbeit kann dazu ermutigen, die persönliche Umgebung sowie unsere Gesellschaft gemeinsam aktiv mitzugestalten.

Was macht für Sie eine künstlerische Intervention in der Kulturellen Bildung aus

Eine künstlerische Intervention in der Kulturellen Bildung bietet die Möglichkeit, neue Erfahrungen und Erkenntnisse zu gewinnen. Durch Impulse und das Angebot von Interaktionen können die Teilnehmenden zu neuen Perspektiven und Ideen angeregt werden. Die Interaktion kann zwischenmenschlich oder digital ausgeführt werden, ihr sollte jedoch ein ungewohnter Anreiz zugrunde liegen, der dazu auffordert, Dinge neu zu denken.

Frappanz – Kollektiv kultureller Freiheiten e. V. – Workshop Digital Painting, 2020

© Sabine Funk

Im Sommer 2020 gründete ich mit Akteur:innen aus Kunst, Kultur und Wissenschaft den gemeinnützigen Verein Frappanz – Kollektiv kultureller Freiheiten e. V. Mit dieser Initiative soll eine direkte Verbindung in den Stadtraum und eine offene Plattform geschaffen werden, auf der wir gemeinsam mit anderen Aktivist:innen gesellschaftliche Themen verhandeln, künstlerische Praxis erfahrbar machen und Stadt und Gesellschaft aktiv mitgestalten können. Unser Projekt #outofthebox umfasste verschiedene Workshops zu den Themen „Radikale Empathie“, „Upcycling“, „Design“ und „Digital Painting“. Das Frappanz ist für uns Probe-, Aktions- und Resonanzraum in einem.

Was haben Sie aus diesem Projekt für Ihre künstlerische Arbeit mitgenommen?

Mein Workshop „Digital Painting“ im oben genannten Projekt fand aufgrund der Pandemie rein digital statt. Dennoch war es mir wichtig, die Ergebnisse auszudrucken und in einer Pop-up-Walking-by-Ausstellung im realen Frappanz-Raum auszustellen. Da es nicht allen Interessierten möglich war, den realen Raum aufzusuchen, wurde die Aktion hauptsächlich digital über die Social-Media-Kanäle dokumentiert. Menschen und künstlerische Werke „switchten“ in echter und digitalisierter Form zwischen den Realitäten. Gerade dieses Wechselspiel zwischen analoger und digitaler Welt interessiert mich in meiner künstlerischen Arbeit.